Die Zukunft der Lieferkette 4.0 und wie Sie ungeplante Stillstandszeiten überwinden
Ungeplante Stillstandszeiten sind ein großes Problem in modernen Fertigungsbetrieben und führen zu Umsatzeinbußen, höheren Kosten und einer rückläufigen Produktivität. Längere Betriebsausfälle können verspätete Lieferungen, unzufriedene Kunden und sogar Geschäftseinbußen zur Folge haben. Außerdem sind da die immateriellen Auswirkungen, wie z. B. stillstehende Produktionslinien, die dazu führen, dass sich die Mitarbeiter in der Fabrikhalle frustriert und nutzlos fühlen.
Kurz gesagt: ungeplante Stillstandszeiten verursachen ernsthafte Probleme und sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Hersteller müssen sich mit der Zukunft der Lieferkette 4.0 auseinandersetzen, um Ausfallzeiten zu minimieren und die für ihren Erfolg entscheidende betriebliche Effizienz zu gewährleisten.
Die Kosten ungeplanter Stillstandszeiten
Die Statistiken belegen das ganze Ausmaß der Thematik. Untersuchungen zeigen, dass sich die Kosten ungeplanter Stillstandszeiten für industrielle Hersteller auf bis zu 50 Milliarden USD jährlich belaufen [1]. Ein solcher Produktionsausfall kostet die „Fortune Global 500”-Unternehmen 11 % ihres Jahresumsatzes – das macht einen Wert von schwindelerregenden 1,5 Billionen USD aus. [2]
Die Auswirkungen von Ausfallzeiten variieren erheblich zwischen größeren und kleineren Unternehmen. Kleinere Firmen verlieren vielleicht jede Minute zwischen 137 USD und 427 USD. Größere Unternehmen können jedoch bis zu 16.000 USD pro Minute (1 Million USD pro Stunde) einbüßen. [3] Aber wenn man den verhältnismäßigen Unterschied bei Umsatz und Gewinn berücksichtigt, können die Auswirkungen genauso nachteilig sein.
Die Vorteile der prädiktiven Instandhaltung
Der Umgang mit diesem äußerst wichtigen Thema verlangt nach modernen Lösungen. Die traditionellen Instandhaltungsmethoden entwickeln sich laufend weiter, vor allem durch die zunehmende Einführung des IIoT (Industrielles Internet der Dinge). Hersteller installieren überall in der Fabrikhalle Sensoren an ihren Maschinenparks. Diese Sensoren können Daten zu Parametern wie Temperatur, Vibration, Druck und Flüssigkeitsständen erfassen.
Die Daten können an Ort und Stelle über Edge Computing verarbeitet werden. Die Daten können auch über drahtlose Netzwerke an eine zentrale Plattform zur Speicherung gesendet werden. Im Rahmen der Analytik können die Informationen dann durchforstet werden, um Muster, Trends und Anomalien zu erkennen.
Diese statistischen Daten sind von unschätzbarem Wert, wenn es darum geht, Fehlfunktionen von Maschinen zu erkennen. Die Techniker erhalten Warnmeldungen, wenn bestimmte Ausreißer entdeckt werden, so dass sie Probleme angehen können, bevor es zu ungeplanten Stillstandszeiten kommt.
Prädiktive Instandhaltungstechnologien sind eine leistungsstarke neue Ergänzung der Instandhaltungswerkzeuge, um Ausfallzeiten in der Produktion zu vermeiden. Prädiktive Analytik und Zustandsüberwachung bieten Echtzeiteinblicke in den Zustand der Geräte. Die Notwendigkeit der physischen Anwesenheit und der manuellen Informationserfassung wird durch Technologien für Fernüberwachung und Fernsteuerung immer weiter reduziert.
Hersteller können Anomalien und potenzielle Ausfälle proaktiv erkennen, sodass sie sofort eingreifen und Probleme beheben können, bevor sie kritisch werden. Dies kann auch dann geschehen, wenn niemand persönlich vor Ort ist.
Die Entwicklung der prädiktiven Instandhaltung
Im Laufe der Zeit hat sich die Praxis der prädiktiven Instandhaltung über Produktions- und Industrieanlagen hinaus auf andere Sektoren wie u. a. Wasser- und Energieversorgungsunternehmen ausgeweitet.
McKinsey konnte in den letzten Jahren einen großen Wandel bei den Strategien für prädiktive Instandhaltung (PdM) beobachten. Einige Vorreiter implementieren nun PdM 4.0, was den Einsatz von Full-Asset-Analytik aus mehreren Quellen beinhaltet.
Wie McKinsey feststellte, ist es von entscheidender Bedeutung, dass mehr Unternehmen PdM 4.0 anwenden. Diese Empfehlung basiert auf der Identifizierung von fünf goldenen Regeln, die Unternehmen helfen können, solche Strategien in großem Maßstab erfolgreich umzusetzen. [4]
Die 5 goldenen Regeln für die Umsetzung von PdM-Strategien zur Reduzierung ungeplanter Stillstandszeiten
- Informieren Sie sich darüber, welche Assets Sie einbeziehen sollten
- Wählen Sie die richtigen Partner
- Planen Sie genügend Zeit zur Optimierung der Modelle ein
- Geben Sie den Menschen oberste Priorität
- Integrieren Sie die prädiktive Instandhaltung in das breitere digitale Ökosystem Ihres Unternehmens
Willkommen in der Zukunft der Lieferketten: Lieferkette 4.0
Die Fortschritte in der prädiktiven Instandhaltung sind offensichtlich, aber was sind die nächsten Schritte? Wie können die rasanten Fortschritte bei den Technologien, wie z. B. bei der KI, Herstellern helfen, Ausfallzeiten zu reduzieren und intelligentere Lieferketten zu betreiben?
Was steht hinter dem Begriff Lieferkette 4.0?
Die Antwort finden Sie in der Lieferkette 4.0, der nächsten Evolutionsstufe im Lieferkettenmanagement. Dieses Konzept umfasst Technologien wie KI, IoT, Cloud Computing, Datenanalytik, Robotik und Systemintegration. Diese Technologien arbeiten zusammen, um die Effizienz in der gesamten Lieferkette zu verbessern. [5] Die Lieferkette 4.0 zielt darauf ab, intelligente und reaktionsfähige Netzwerke zu schaffen, indem Echtzeitdaten, Transparenz und Konnektivität zwischen Lieferanten, Herstellern, Händlern und Kunden in den Vordergrund gestellt werden.
McKinsey empfiehlt, dass Unternehmen „überall Sensoren anbringen, überall Netzwerke aufbauen, alles automatisieren und alles analysieren”. So können die Möglichkeiten der Lieferkette 4.0 voll ausgeschöpft werden.
Unternehmen können ihre Leistung und Kundenzufriedenheit steigern, indem sie Echtzeitdaten, prädiktive Analytik, Simulationstools und fortschrittliche Robotik nutzen. Diese Technologien ermöglichen eine Prozessoptimierung, die zu einer höheren Geschwindigkeit, Flexibilität, Genauigkeit und Effizienz führt. Darüber hinaus kann die Implementierung der Lieferkette 4.0 schrittweise erfolgen, was eine erschwingliche und überschaubare Integration ermöglicht.
Wie kann die Lieferkette 4.0 Ihnen helfen, ungeplante Stillstandszeiten zu überwinden?
Die Lieferkette 4.0 ist von großer Bedeutung für den Umgang mit ungeplanten Stillstandszeiten durch verbesserte Automatisierung, Transparenz und Konnektivität in der Lieferkette. Durch die Erleichterung des Übergangs von reaktiver zu prädiktiver Instandhaltung erfahren Unternehmen zusätzliche Unterstützung. Auf diese Weise können sie mögliche Störungen vorhersehen, sich darauf vorbereiten und lernen, wie sie ihre Lieferketten generell widerstandsfähiger gestalten können.
Physische Objekte wie Sensoren, intelligente Geräte, RFID-Etiketten und vernetzte Maschinen, verstärkt durch unterstützende digitale Technologien, sind von zentraler Bedeutung bei der Lieferkette 4.0. Lösungen für die Lagerautomatisierung wie Sortiersysteme, Fördersysteme, Regalbediengeräte (ASRS), fahrerlose Transportfahrzeuge (AGVs) und autonome mobile Roboter (AMRs) spielen eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Bestandstransparenz. Integrierte Lagerverwaltungssysteme (WMS) ermöglichen die Bestandsverfolgung in Echtzeit über gesamte Produktionsstätten hinweg.
In einem Fertigungsszenario in der Automobilindustrie, das die Lieferkette 4.0 anwendet, übermitteln beispielsweise Sensoren an Fließbandrobotern kontinuierlich Daten. Algorithmen des maschinellen Lernens analysieren diese Daten, um potenzielle Ausfälle von Roboterarmen vorherzusagen und automatisch und präventiv Reparaturaufträge auszulösen. Gleichzeitig überwacht das Lagerverwaltungssystem bestimmte Teilebestände und löst bei Bedarf Nachschubaufträge aus, um einen ununterbrochenen Produktionsfluss zu gewährleisten und ungeplanten Stillstandszeiten vorzubeugen.
Bei zukünftigen Weiterentwicklungen im Lieferkettenmanagement könnte KI für vollständig autonome Betriebsabläufe genutzt werden, die Nachfrageprognosen, Beschaffung, Logistik und Lagerabläufe umfassen. Technologien wie selbstfahrende Fahrzeuge und Lieferdrohnen könnten die Lieferwege optimieren, während die Blockchain-Technologie die Transparenz erhöhen könnte, indem sie Echtzeitinformationen über die Bewegung und den Zustand der Waren liefert.
Diese Weiterentwicklungen mögen zwar ehrgeizig erscheinen, aber das rasante Tempo des technologischen Fortschritts deutet darauf hin, dass solche Entwicklungen in greifbare Nähe rücken und transformative Vorteile für die Resilienz der Lieferkette und betriebliche Effizienz versprechen.
Partnerschaften für robustere Lieferketten
Der transformative Einfluss von intelligenten Lieferketten wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette spürbar sein. Dies wird sich als besonders nützlich erweisen, um die Ausfallzeiten von Maschinen zu minimieren. Der zunehmende Einsatz von vorausschauender Analytik, IoT-Sensoren und vernetzten Systemen bietet Herstellern noch nie dagewesene Echtzeiteinblicke in den Zustand und die Leistung ihrer Maschinen.
Vorausschauendes Handeln ermöglicht datengestützte Entscheidungen und proaktive Instandhaltungsstrategien. Dadurch werden kostspielige Unterbrechungen und unerwartete Maschinenausfallzeiten reduziert.
Wie auch immer die Zukunft der Lieferkette 4.0 aussieht, eines bleibt konstant: Die Zusammenarbeit und die Bildung einer strategischen Allianz mit Ersatzteillieferanten ist für einen reibungslosen Einführungsprozess von entscheidender Bedeutung.
Wo EU Automation helfen kann
Der Aufbau starker Beziehungen zu globalen Unternehmen wie EU Automation, Logistikpartnern und Technologieanbietern hat viele Vorteile. Dadurch wird die Verfügbarkeit von Ersatzteilen im Bedarfsfall verbessert. Außerdem ebnen wir den Weg zu einem vernetzten Ökosystem, in dem Informationen nahtlos und kontinuierlich fließen.
Die Vorteile eines solchen Ökosystems gehen über den Umgang mit Maschinenausfallzeiten hinaus. Es bietet Herstellern eine Strategie, um angesichts der zunehmenden Ungewissheit und der Unterbrechungen ihrer Lieferketten erfolgreich zu arbeiten. Unternehmen können einen widerstandsfähigen Betrieb aufbauen, der auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet ist. Dies kann durch den Einsatz fortschrittlicher Technologien, die Förderung der Zusammenarbeit und die Verfolgung eines zukunftsorientierten Ansatzes erreicht werden.
Quellen:
- https://www.forbes.com/sites/forbestechcouncil/2022/02/22/unplanned-downtime-costs-more-than-you-think/?sh=331c184036f7
- https://blog.siemens.com/2023/04/the-true-cost-of-downtime/
- https://www.pingdom.com/outages/average-cost-of-downtime-per-industry/
- https://www.mckinsey.com/capabilities/operations/our-insights/prediction-at-scale-how-industry-can-get-more-value-out-of-maintenance
- https://www.gep.com/blog/technology/the-new-normal-for-supply-chains#:~:text=It%20is%20an%20approach%20that,of%20artificial%20intelligence%20(AI).
- https://www.linkedin.com/pulse/predictions-2024-how-ai-get-us-closer-completely-supply-soham-chokshi-o6pif/