Obsoleszenzmanagement in sicherheitskritischen Sektoren

Das Obsoleszenzmanagement umfasst die kontinuierliche Bewertung der Lebensdauer eines Bauteils und den Austausch obsoleter Teile, wenn sie altern. In diesem Artikel erklärt warum es wichtig ist und wie man die Obsoleszenz von Bauteilen in sicherheitskritischen Branchen wie Kernkraftwerken, Offshore-Ölplattformen, Chemieanlagen, der kommerziellen Luftfahrt, dem Schienenverkehr und der Pharmaproduktion planen und managen kann.

Nach Angaben des International Institute of Obsolescence Management (IIOM) ist Obsoleszenz die Nichtverfügbarkeit von Teilen oder Dienstleistungen, die früher verfügbar waren. Sie kann in verschiedenen Phasen des Lebenszyklus der Ausrüstung auftreten und betrifft vor allem die Komponenten, die über mehrere Jahrzehnte gewartet werden müssen. Obsoleszenz verursacht Ausfallzeiten und Produktivitätsverluste und erhöht die Kosten für den Lebenszyklus-Support.

In sicherheitskritischen Branchen muss die Obsoleszenz sorgfältig gemanagt werden, um ihre negativen Auswirkungen auf die Produktivität zu vermeiden.Sicherheitskritische Industrien sind stark reguliert, was bedeutet, dass für jede mögliche Aufrüstung von Komponenten eine Menge Papierkram und Bürokratie erforderlich sind. Wenn also ein obsoletes Bauteil ausfällt und kein Ersatzteil auf dem Markt zu finden ist, können Neukonstruktions- und Requalifizierungsprozesse die Unternehmen sehr viel Zeit und Geld kosten.

Nehmen wir als Beispiel die kommerzielle Luftfahrtindustrie. Viele Fluggesellschaften nutzen ihre alternden Flugzeuge und Ausrüstungen nun länger, um Kosten und Investitionen zu kontrollieren, was zu einer frühzeitigen Obsoleszenz von Komponenten führen kann. Auch wenn obsolete Komponenten teurer sein können als die Originalteile, sind sie immer noch viel billiger als der Ersatz eines ganzen Flugzeugs.

Eine weitere sicherheitskritische Branche, die Pharmaindustrie, wächst schnell und setzt modernste Technologien ein, von der Nanotechnologie bis zum 3D-Druck von Pillen. In vielen pharmazeutischen Produktionsprozessen werden jedoch immer noch Altanlagen verwendet, was dazu führt, dass langsame, unflexible und risikoreiche Prozesse für die Massenproduktion eingesetzt werden.

Trotzdem ist der Austausch von Ausrüstungen durch neuere Modelle sehr komplex, da der Sektor stark reguliert ist. Wenn die Hersteller die Altausrüstung weiter verwenden, können sie den Austausch eines gesamten Produktionssystems vermeiden. Für die Hersteller kann es schwierig sein, die Kosten für den Austausch von Ausrüstung sowohl finanziell als auch im Hinblick auf die Genehmigungsfristen zu tragen. Eine einfachere und kostengünstigere Alternative könnte es sein, nur die ausgefallenen Komponenten durch obsolete Ersatzteile zu ersetzen.

Eine Lösung ist in Sicht

Die Obsoleszenz von Komponenten ist in fast allen Branchen unvermeidlich, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht eingedämmt werden kann. Da es sich viele Hersteller in sicherheitskritischen Branchen nicht leisten können, einen Vorrat an obsoleten Ersatzteilen für den Fall eines unerwarteten Komponentenausfalls vor Ort zu halten, wird empfohlen, dass sich die Unternehmen auf einen vertrauenswürdigen Lieferanten verlassen. Stellen wir uns zum Beispiel vor, in einer Lebensmittelverarbeitungsanlage kommt es zum Ausfall einer kritischen Komponente. Wegen der Außentemperatur bleiben dem Hersteller zwischen 12 und 24 Stunden, um ein Ersatzteil zu beschaffen, bevor eine ganze Produktionscharge entsorgt werden muss. Wenn der Hersteller einen zuverlässigen Ersatzteillieferanten hat, der diese schwer zu findenden obsoleten Teile so schnell wie möglich liefern kann, kann das Problem schnell gelöst werden.

Weitere Informationen zum proaktiven Obsoleszenzmanagement finden Sie auf Wissenszentrum.

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