Die Verringerung unserer Umweltauswirkungen

Die Verringerung unserer Umweltauswirkungen

Nachdem Wissenschaftler gewarnt hatten, dass die Erde möglicherweise bereits mehrere Kipp-Punkte überschritten habe, rief das Europäische Parlament 2019 einen weltweiten Klima- und Umweltnotstand aus. Nun hat das Wettrennen der Unternehmen auf der Suche nach Wegen zur Verringerung von Kohlendioxidemissionen begonnen, und die Fertigungsindustrie, die zu den bedeutendsten Verursachern auf diesem Gebiet zählt, muss ebenfalls ihren Beitrag leisten. Przemyslaw Falek, Performance Manager bei EU Automation, untersucht die Vorteile von Investitionen in nachhaltige Herstellungsprozesse. 

Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir bis 2050 vier mal so viel Ressourcen verbrauchen, wie wir auf der Erde zur Verfügung haben, und bis 2030 müssen wir unsere CO2-Emissionen beinahe halbieren, um unseren Planeten vor weiteren unabsehbaren Bedrohungen aufgrund des Klimawandels zu bewahren. 

Hersteller sehen sich nun in der Verantwortung, CO2-Emissionen zu reduzieren, einerseits, um ihre negativen Umweltauswirkungen zu verringern, und andererseits durch den Druck der Verbrauchermeinung. Untersuchungen des Marktforschungsunternehmens FMCG Gurus zufolge machen sich 64 Prozent der 20.000 weltweit befragten Konsumenten Sorgen um die Umwelt, und 61 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass Marken mehr tun sollten, um die Umwelt zu schützen. 

Hersteller sollten außerdem berücksichtigen, wie sich die Meinung jüngerer Endverbraucher zukünftig auswirken wird. So zeigte beispielsweise eine Umfrage von inRiver, dass 20 Prozent der befragten Endverbraucher ausschließlich nachhaltige Produkte kaufen, und dass 63 Prozent der Menschen aufhören, eine Marke zu kaufen, wenn sie erfahren, dass diese für negative Auswirkungen auf die Umwelt verantwortlich ist.

Mit der fortschreitenden Veränderung der Verbrauchererwartung müssen Hersteller zur Absicherung ihrer Zukunft bewusste Anstrengungen unternehmen, um Emissionen zu reduzieren und nachhaltigere Produkte auf den Markt zu bringen.

Die Bedenken der Hersteller 

Die Europäische Union hat eine Langzeit-Strategie mit dem Ziel erarbeitet, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Diese Strategie zeigt deutlich auf, wie durch Investitionen in Technologie, Bildung und Anpassung der Industriepolitik alle Branchen bei der Erreichung dieser Ziele unterstützt werden können. Dieser Strategie und Nachweisen zur tatsächlichen Machbarkeit der Klimaneutralität bis 2050 zum Trotz sind manche Hersteller immer noch skeptisch in Bezug auf die Effizienz nachhaltiger Alternativen zu ihren aktuellen Prozessen. 

Manche Unternehmen zögern, in neue Materialien oder die Entwicklung neuer Prozesse zu investieren, weil sie den Erfolg solcher Maßnahme nicht garantieren können. Die Integration neuer Maschinen oder Werkzeuge kann mit hohen Kosten verbunden sein und erfordert Zeit, um sicherzustellen, dass Mitarbeiter korrekt geschult und mit der Anwendung neuer Prozesse vertraut sind.

Doch Hersteller, die in nachhaltige Technologie investieren, investieren gleichzeitig in die Zukunft ihres Unternehmens. Effizienzsteigerung ist der beste Weg, um die Nachhaltigkeit zu verbessern. Daher beobachten Hersteller, die ihre Anlagen stärker automatisieren, nicht nur eine Verbesserung der Produktivität, sondern auch eine Verringerung der Energie- und Abfallkosten.

Kreislaufwirtschaft

Historisch gesehen basiert die Fertigungsbranche auf einem linearen Wirtschaftssystem, in dem die Einstellung „Rohstoffe beschaffen, Produkte herstellen, nutzen und entsorgen“ vorherrscht. Dies war mitverantwortlich an der Entstehung jener Wegwerfkultur, die sich so negativ auf die natürlichen Ressourcen unseren Planeten ausgewirkt hat. Hersteller, die ihre Umweltauswirkungen reduzieren möchten, sollten in Betracht ziehen, wie die Nutzung von Mechanismen der Kreislaufwirtschaft unsere Herangehensweise bezüglich Produktion und Entsorgung von Gütern verändern kann. 

Der Kreislauf-Ansatz fokussiert auf die fünf großen „R“: Repair (Reparieren), Reuse (Wiederverwenden), Refurbish (Generalüberholen), Re-manufacture (Wiederaufarbeiten) und Recyceln (Wiederverwerten). Das Ziel dabei ist, dass Produkte nicht auf Mülldeponien landen, indem Ressourcen, Produkte, Teile und Materialien auf neue und effiziente Weise genutzt werden, um die Lebensdauer von Materialien zu verlängern und den Beitrag von Unternehmen an der weltweiten Abfallmenge zu reduzieren. Hersteller sollten sich in der gesamten Lieferkette nach Bereichen umsehen, in denen Konzepte aus der Kreislaufwirtschaft zum Einsatz kommen können, während sie gleichzeitig die Produktivität steigern und so anfangen, einen Beitrag zu leisten.

Henkel

Hersteller, die zögern, in neue, nachhaltigere Systeme zu investieren, können einen Blick auf energieeffiziente Anlagen werfen, um sich inspirieren zu lassen. Henkel, der deutsche Experte auf dem Gebiet der Klebstofftechnologie, verfolgt seit über 140 Jahren einen visionären Ansatz bei der Unterstützung von Fortschritten im Umweltbereich und entwickelt innovative Produkte, die Endkunden helfen, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. 

Kürzlich hat das Unternehmen eine Reihe von Klebstoffen und Beschichtungen vorgestellt, die die Recycelbarkeit flexibler Verpackungen verbessern können und die es ermöglichen, Neuverpackungen teilweise aus recycelten Materialien herzustellen. Beispielsweise hat das Unternehmen seine Loctite GC10-Lötpaste weiterentwickelt, um ihre Haltbarkeit ohne Kühlung zu verbessern, was Verschwendung und Abfallmengen in Zusammenhang mit diesem Produkt reduziert und die Notwendigkeit von Prozessen mit hohem CO2-Ausstoß wie Kühlung während Lagerung und Versand beseitigt. Henkel arbeitete außerdem mit den Kunststoffherstellern Borealis und Borouge zusammen, um nachhaltigere flexible Verpackungen zu entwickeln, die die Haltbarkeit nicht beeinträchtigen und gleichzeitig den Gesamt-CO2-Fußabdruck der Verpackung verringern.

Die Langzeitvision des Unternehmens ist es, klimapositiv zu werden und bis 2030 seinen CO2-Fußabdruck um 75 % zu reduzieren. Auf dem Weg zu diesem Ziel setzt Henkel bereits auf den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen, die Investition in nachhaltige Rohmaterialien und auf die Unterstützung seiner Partner und Zulieferer beim Setzen und Verfolgen von Effizienzzielen. 

Damit zeigt Henkel anderen Unternehmen, dass die Investition in Nachhaltigkeit entlang der gesamten Lieferkette nicht nur Umweltauswirkungen und Kosten reduzieren, sondern gleichzeitig auch anderen Akteuren in der Lieferkette wie Partnern, Zulieferern und Kunden nutzen kann.

Nachhaltige Technologien 

Die Reduktion des CO2-Ausstoßes erfordert nicht immer eine komplette Erneuerung der gesamten Anlage. Durch die Investition in Technologien, die in bestehende Montagelinien integriert werden können, sind Hersteller in der Lage, positive Veränderungen mit sofortiger Wirkung umzusetzen. Fortschrittliche Technologien wie Sensoren, prädiktive Analytik und Cloud-Computing können die Umweltauswirkungen der bestehenden Fertigungsanlagen eines Unternehmens reduzieren, indem Bereiche in der Lieferkette aufgezeigt werden, die nicht mit optimaler Effizienz funktionieren. 

Hersteller können Maschinen in ihrer gesamten Anlage mit intelligenten Sensoren ausstatten und so Faktoren wie die Maschinenleistung und den Energieverbrauch überwachen. Zahlreiche Haushalte nutzen intelligente Stromzähler, um ihre Stromrechnung zu senken, und auch Hersteller können ähnliche Technologien einsetzen, um festzustellen, ob sie ihre Energieeffizienz verbessern können. Intelligente Messgeräte für Strom, Wasser und Gas, die mit dem Internet der Dinge (IoT) verbunden sind, bieten präzise Verbrauchsdaten, die es Herstellern ermöglichen, jene Bereiche zu identifizieren, in denen der Verbrauch und damit auch die Kosten gesenkt werden können.

Blick in die Zukunft 

Zahlreiche Hersteller erzielen bereits enorme Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel. Doch das Ziel einer klimaneutralen Welt bis 2050 ist noch lange nicht erreicht. Damit wir es auch tatsächlich erreichen können, müssen noch mehr Hersteller klare Nachhaltigkeitsziele setzen, den Einsatz ethischerer Materialien und Energiequellen anstreben und in Technologien investieren, die eine Steigerung der Effizienz und die Reduktion von Abfällen ermöglicht. 

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