Innovationen in der Lieferkette: Ein Gespräch mit Sarah Barnes-Humphrey

May 29, 2024. 13 Minuten Lesezeit

Interview mit Sarah Barnes-Humphrey über die Innovation in der Lieferkette

Q. Können Sie sich bitte vorstellen und Ihren Werdegang in der Lieferkettenbranche schildern und dabei die entscheidenden Momente hervorheben, die Ihren Karriereweg geprägt haben?

Ich heiße Sarah Barnes-Humphrey und bin Unternehmerin im Bereich Lieferketten und Gründerin von „Let's Talk Supply Chain”, einem führenden Branchenpodcast. Die Lieferkette liegt mir wirklich im Blut – ich bin in einer Familie von Logistikunternehmern aufgewachsen und habe lieber mit Lastwägen gespielt als mit Barbiepuppen. Unsere Gespräche beim Abendessen drehten sich – sehr zur Verwirrung all meiner Freunde, die ich zu uns einlud – um die Herausforderungen und Erfolge bei der Führung eines 3PL.

Da kommt es vielleicht nicht überraschend, dass ich nach der High School in das Familienunternehmen eintrat und in den Bereichen Verkauf, Marketing, Kundendienst und Betriebsabläufe arbeitete, während ich mich in meiner Freizeit in der Branche weiterbildete.

Ein größerer Wendepunkt war, als unser Familienunternehmen im Herbst 2017 seine Türen schloss. Der Verlust von allem zwang mich dazu, meine Karriere neu zu überdenken und bewusste Entscheidungen zu treffen. Bevor das passierte, hatte ich 2016 einen Podcast gestartet. Obwohl ich keine Erfahrung hatte, habe ich während meiner Jobsuche damit weitergemacht, und das wurde zu einem wichtigen Teil meiner Reise. Meine Angst vor öffentlichen Auftritten zu überwinden, war eine weitere große Herausforderung. Ich habe mit einem Künstleragenten gearbeitet, nicht um Schauspielerin zu werden, sondern um Selbstvertrauen zu gewinnen. Dies führte zu landesweiten Fernsehauftritten und großen Kampagnen und bereitete mich auf meine jetzige Rolle vor. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ohne diese Erfahrungen da wäre, wo ich jetzt bin.

Q. Was hat Sie dazu bewogen, „Let's Talk Supply Chain” zu gründen?

Als Vertriebs- und Marketingleiterin unseres 3PL-Familienunternehmens habe ich mir viele Podcasts angehört. Aber ehrlich gesagt waren viele davon ziemlich trocken. Da dachte ich mir, dass ich das mit meinen Branchenkenntnissen, meiner Persönlichkeit – und vielleicht ein bisschen ehrlicher Nativität – besser könnte. Also habe ich mir ein Podcast-Kit bei Amazon gekauft, eine Sendung aufgenommen und über Nacht 1.000 Downloads erzielt! Das war der Beweis, dass es einen Markt für das, was ich tat, gab.

Ich nutzte meinen Hang zur Betriebsamkeit zu meinen Gunsten, brachte mir die Fähigkeiten bei, die ich für den Einstieg brauchte, und legte los. Ich konnte schon immer Gespräche einfach und mit Kontext moderieren, ich bin von Natur aus neugierig und nutze meine Erfahrung in diesem Bereich, um gute Fragen zu stellen – und die Branche hat darauf reagiert.

Ich selbst und „Let's Talk Supply Chain” sind im Laufe der Jahre ganz schön gewachsen, aber meine Vision ist dieselbe geblieben: Verschiedene Stimmen innerhalb der Branche zu stärken und unterhaltsame, aber wertvolle Inhalte für die Lieferkette bereitzustellen.

Q. Könnten Sie, damit wir uns eine besser Vorstellung von „Let's Talk Supply Chain” machen können, etwas näher auf dessen Aufgabe und Ziele eingehen?

Wie bei vielen Gründern fing es bei mir mit der Bewältigung einer Herausforderung an. Es gab so viele Anbieter auf dem Markt, vor allem mit dem Aufkommen neuer Technologien, dass es überwältigend war. Ich dachte „Wie um alles in der Welt sollen Lieferkettenspezialisten herausfinden, was es auf dem Markt gibt, ob es das Richtige ist und ob sie das Budget dafür haben?”. Ich wollte quasi eine Branchenressource schaffen, die diese Anbieter erkundet und ihnen eine Möglichkeit gibt, direkt mit ihrem Publikum zu kommunizieren.

Die Mission hinter diesem Ziel war immer, Gespräche über die Lieferkette zu führen, die relevant, nützlich und unterhaltsam sind und Inspiration und Innovationen wecken.

Indem ich allgemein relevante Inhalte anbiete und Anbieter und Käufer zusammenbringe, habe ich zudem ein wettbewerbsfreies Umfeld und eine unglaubliche Gemeinschaft geschaffen. Zusammenarbeit ist hier wirklich der Kern des Ganzen!

Q. Bitte erzählen Sie uns von ein paar bemerkenswerten Erfahrungen, die Sie in der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Branchenführern gemacht haben. Was sind die Highlights oder wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Austausch?

Bei der Lieferkette dreht sich alles um Menschen, und ich habe einige der außergewöhnlichsten Personen in dieser Branche kennengelernt. Von der Zusammenarbeit mit Firmen in meiner Sendung bis hin zu Interviews mit führenden Persönlichkeiten auf Podiumsdiskussionen – ich konnte zweifelsohne bei jeder einzelnen meiner Begegnungen etwas mitnehmen.

Als Gründerin habe ich gelernt, dass kein Weg dem anderen gleicht. Die meisten Gründer beginnen mit einem grundlegenden Problem, das es zu lösen gilt, aber viele kommen aus unterschiedlichen Bereichen und Branchen; sie haben auch aufgrund ihres Geschlechts unterschiedliche Erfahrungen. Wenn man sich diesen Weg vor Augen führt und was es braucht, um „über Nacht erfolgreich” zu werden, relativiert sich alles.

Und natürlich habe ich so viel über die Branche gelernt! Was mir im Moment durch den Kopf geht, ist die KI – die Leute sollten bedenken, dass es KI schon lange gibt, nur die generative KI ist neu.

Wir sprechen ganz allgemein von „Lieferkette”, aber ich habe auch gelernt, wie variabel Lieferketten sind. Um den Begriff Lieferkette ganzheitlich zu erfassen, gibt es eine Menge zu lernen und zu verstehen. Talentierte, leidenschaftliche und engagierte Lieferkettenspezialisten sind der Schlüssel zur Zukunft der Branche.

Q. Was zählt, vor dem Hintergrund Ihrer umfangreichen Erfahrung in der Lieferkette, zu den bedeutendsten Veränderungen, die Sie in den letzten Jahren beobachtet haben, insbesondere im Hinblick auf die Einführung neuer Technologien?

Es hat eine technologische Revolution stattgefunden. Als ich anfing, schrieb ich im Büro noch auf der Schreibmaschine. Jetzt führe ich Gespräche über Drohnen, die ganze Container transportieren können, selbstfahrende Lieferwägen und Autobahnen am Himmel. Aber weder die Branche noch viele ihrer Führungskräfte sind für diese Veränderungen gerüstet.

Die Führungskräfte sind von den Möglichkeiten überwältigt und ständig werden ihnen neue Technologien angepriesen. Bei einigen Statistiken, die wir über das Scheitern oder mangelnde Ergebnisse bei den jüngsten Projekten zur digitalen Transformation gesehen haben, hat dies eine Rolle gespielt. In diesem Klima stellt das ein zusätzliches Risiko dar und mit den aktuellen Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit gibt es sogar noch mehr zu bedenken. Die Unternehmen bekommen nicht unbedingt das, was sie brauchen, weil sie sich nicht die richtigen Partner und Lösungen entscheiden.

Wir müssen erst gehen lernen, bevor wir laufen können!

Ich glaube, wenn es um KI und Technologie geht, müssen Unternehmen jetzt einen Schritt rückwärts gehen. Eine Datenbasis schaffen, einen zu automatisierenden Prozess wählen – diesen verstehen, Probleme lösen, Neuerungen einführen und die Ergebnisse messen. Dann den nächsten Prozess wählen und das Ganze wiederholen.

“Die Lieferkette hat ein Datenproblem. Wir verfügen über riesige Mengen an unglaublich nützlichen Daten, aber es sind viel zu viele, als dass die Teams sie manuell verwalten können, und oft fehlt es an der Ausbildung. KI und maschinelles Lernen können riesige Datenmengen in Echtzeit analysieren, um Muster, Anomalien und potenzielle Risikofaktoren zu erkennen. So können potenzielle Engpässe oder Störungen proaktiv identifiziert und behoben werden, bevor sie sich zu großen Ausfallzeiten ausweiten.”

Q. Wie bewerten Sie die Auswirkungen von Technologien wie KI, maschinellem Lernen, digitalen Zwillingen und prädiktiver Analyse auf bestimmte Bereiche der Lieferkette? Können Sie ein Beispiel aus der Praxis nennen?

Effizienz ist das A und O. Diese Technologie hat ein unglaubliches Potenzial für Bereiche wie das Ausnahmemanagement und hilft Unternehmen, proaktiv zu handeln anstatt nur zu reagieren.

Letztendlich geht es darum, Teams zu entlasten und sie darin zu unterstützen, in ihrem Bereich der Lieferkette kreativer und strategischer zu werden.

Der jüngste Fall von Schneider Electric hat mich sehr angesprochen. Sie haben KI und maschinelles Lernen zur Lösung von Instandhaltungsthemen eingesetzt, und so Hunderttausende von Dollars gespart. DHL Supply Chain hat außerdem herausgefunden, dass Standorte, die mit autonomen Lösungen ausgestattet sind, weniger Umsatz generieren als diejenigen ohne solche Lösungen.

Eine weitere spannende Technologie ist die Simulation. Die Möglichkeit, Theorien und Strategien in einer virtuellen Umgebung zu testen, bevor diese Strategien in der „freien Wildbahn” umgesetzt werden, wird einen entscheidenden Faktor darstellen.

Die Unternehmen werden in der Lage sein, die Risiken zu erkennen, die sie angenommen haben, aber auch die, die sie nicht erwartet haben. Sie werden die Möglichkeit haben, kleine Variablen zu testen, wie z. B. den Standort eines Lagers zu ändern oder eine andere Spur zu wählen, und die Auswirkungen auf Kosten, Zeit, Risiko, Effizienz oder eine beliebige Anzahl anderer Faktoren nachzuvollziehen. So können Unternehmen wirklich gezielte, datengestützte Entscheidungen treffen, anstatt sich auf ihr Bauchgefühl oder althergebrachtes Wissen zu verlassen.

Q. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren, die die Einführung dieser fortschrittlichen Technologien in der Lieferkettenbranche vorantreiben, und welche Hindernisse müssen für eine breitere Einführung noch überwunden werden?

Unternehmen setzen diese Technologien ein, weil sie, einfach gesagt, besser funktionieren müssen. Die Pandemie hat eine Reihe von Problemen aufgezeigt, angefangen bei der Agilität und Resilienz bis hin zur Transparenz und Zusammenarbeit, und die Unternehmen wissen, dass sie besser werden müssen. In Verbindung mit einem anspruchsvollen Markt haben alle Firmen Kostensenkung und verbesserte Effizienz im Blick.

Aber wir sehen keine schnellen Erfolge, denn dieser Bereich ist nicht einfach zu bewältigen. Wir haben bereits über die schiere Menge an Optionen gesprochen, aber ein weiteres wesentliches Hindernis ist die Tendenz der Unternehmen, für jedes einzelne Problem eine andere Lösung anzuwenden. Ich kann verstehen, warum das in der Theorie funktioniert – die Lösungen sind zielgerichtet – aber es hat zu komplexen Ökosystemen und massiven Tech-Stacks geführt, die fast unbrauchbar geworden sind.

Die Integration ist nicht gegeben, die Sichtbarkeit ist nicht gegeben, und so nutzen die meisten Anwender einfach nicht das volle Potenzial der Technologien aus. Um den Überblick über neue Technologien von aktuellen und weiteren Anbietern zu behalten, sollten Unternehmen regelmäßig ihren Tech-Stack überprüfen, ihre Technologieinvestitionen kontinuierlich bewerten und über Nutzung und Auswirkungen berichten.

Q. Wenn es um Diversität und Integration in der Lieferkettenbranche geht, welche Rolle spielt in Ihren Augen die Technologie bei der Schaffung von mehr Chancengleichheit und der Förderung vielfältiger Talente in der Branche?

Wir haben erlebt, wie die Technologie die Homeoffice-Bewegung angekurbelt hat und dabei geholfen hat, Talente aus der ganzen Welt zusammenzubringen. Sie hat auch dazu beigetragen, dass Gruppen, die zuvor Schwierigkeiten hatten, wie berufstätige Mütter und Menschen mit Behinderungen, wieder Zugang zum Arbeitsmarkt fanden.

Die Technologie hilft den Unternehmen auch dabei, breiter aufgestellte Lieferanten zu finden und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Digitale Plattformen und automatisierte Prozesse tragen dazu bei, Bereiche wie Onboarding und Validierung zu verbessern, so dass Unternehmer unterschiedlicher Herkunft mehr Zugang zu Möglichkeiten erhalten.

Bei all diesen Beispielen müssen wir jedoch sicherstellen, dass das menschliche Element, das Veränderungsmanagement und der Wille der Führungskräfte, mit dem Tempo des technologischen Fortschritts Schritt halten.

Q. Wie können neue Technologien zum Aufbau nachhaltigerer Lieferketten beitragen?

Neue Technologien bergen ein erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Nachhaltigkeit innerhalb der Lieferketten, indem sie die Transparenz, Effizienz und Rückverfolgbarkeit verbessern.

Die Fähigkeit, die Ketten in alle Richtungen zu beleuchten, Schichten zu sehen, die vorher nicht sichtbar waren, und die Unternehmen innerhalb dieser Ketten zu bewerten und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Dies gibt den Firmen die Möglichkeit, andere zu beeinflussen und dazu beizutragen, Veränderungen in der gesamten Kette umzusetzen. Außerdem wird den Verbrauchern ein höherer Wissensstand vermittelt und sie werden in die Lage versetzt, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.

IBM Food Trust zum Beispiel nutzt die Blockchain-Technologie, um die Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette von Nahrungsmitteln zu erhöhen. Es ermöglicht den Verbrauchern den Zugang zu detaillierten Informationen über den Weg ihrer Nahrungsmittel, wie z. B. Herkunft, Verarbeitung und Transport, und fördert so Vertrauen und Nachhaltigkeit.

Q. Die Lieferketten werden immer globaler und komplexer. Wie kann die Technologie dazu beitragen, Herausforderungen im Zusammenhang mit der Resilienz der Lieferkette zu bewältigen, insbesondere angesichts unerwarteter Unterbrechungen?

Die KI kann Daten analysieren, um potenzielle Störungen vorherzusagen, während die Blockchain Transparenz und Rückverfolgbarkeit gewährleistet. IoT-Geräte ermöglichen die Überwachung kritischer Infrastrukturen und Kooperationsplattformen erleichtern die schnelle Kommunikation und Koordination zwischen den Partnern der Lieferkette. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, wie neue Technologien Unternehmen in die Lage versetzen, sich schnell an unerwartete Störungen anzupassen, Risiken zu mindern und die Kontinuität ihrer Lieferketten zu wahren.

Aufgrund des Klimawandels kommt es immer häufiger zu wetterbedingten Störungen. Fortschrittliche Technologien können eingesetzt werden, um Wetterverhältnisse besser vorherzusagen und alternative Routen anzubieten oder Fahrer vor einem Unfall zu warnen, so dass sie Zeit sparen und die Lieferkette in Bewegung bleibt.

Ich habe kürzlich von einer Fallstudie gehört, bei der die Routen der Fahrer mit Hilfe der Technologie analysiert wurden. Es gab zwei Routen, die erste war kürzer, hatte aber weniger Rastplätze; die zweite war länger, hatte aber mehr Rastplätze. Die Fahrer, die die zweite, längere Route nahmen, kamen zwei Tage früher an als die Fahrer, die die erste, kürzere Route nahmen, weil sie häufiger zugunsten Ihre Fahrtenbücher anhalten konnten. Hätte man die Daten als Nennwert genommen, würde man annehmen, dass die Fahrer, die die längere Route nehmen, auch länger für deren Bewältigung brauchen.

Wenn man über alle Daten verfügt und nicht nur über einen Teil davon, sie analysiert und effektiv nutzt, spart das den Unternehmen Zeit und Geld und macht ihre Lieferketten unendlich effektiver.

Q. Wie können KI und maschinelles Lernen Ihrer Meinung nach Engpässe und Störungen verhindern, bevor sie zu erheblichen Ausfallzeiten führen?

Die Lieferkette hat ein Datenproblem. Wir verfügen über riesige Mengen an unglaublich nützlichen Daten, aber es sind viel zu viele, als dass die Teams sie manuell verwalten können, und oft fehlt es an der Ausbildung. KI und maschinelles Lernen können riesige Datenmengen in Echtzeit analysieren, um Muster, Anomalien und potenzielle Risikofaktoren zu erkennen. So können potenzielle Engpässe oder Störungen proaktiv identifiziert und behoben werden, bevor sie sich zu großen Ausfallzeiten ausweiten.

Diese Technologien können Frühwarnungen, prädiktive Erkenntnisse und Optimierungsempfehlungen liefern, die es Unternehmen ermöglichen, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, betriebliche Abläufe zu optimieren und Risiken proaktiv zu mindern.

Q. Inwiefern denken Sie können neue Technologien die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Hauptakteuren wie z. B. Lieferanten, Herstellern, Groß- und Einzelhändlern erleichtern?

Die Zukunft des Geschäfts liegt in der Zusammenarbeit. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Technologien nicht nur zur Datenverfolgung und Orchestrierung nutzen, sondern auch, um unsere Mitarbeiter effektiv miteinander zu vernetzen.

Diese Technologien ermöglichen eine nahtlosere Kommunikation, den Austausch von Daten und Transparenz zwischen den Beteiligten, wodurch das Vertrauen gestärkt wird, alte Grenzen gesprengt werden und die Zusammenarbeit in der Lieferkette gefördert wird wie nie zuvor.

Robuste Systeme zur Verwaltung von Lieferantenbeziehungen sind der Schlüssel. Jeder muss in allen Bereichen, von den Kosten bis hin zu den KPIs, auf einer Linie sein, und dies muss aktiv verwaltet und überwacht werden, damit keine Fehler passieren und nichts durch die Maschen fällt. Im Idealfall geschieht dies durch Technologien zur Echtzeitüberwachung wie IoT-Sensoren und Blockchain.

Durch die Förderung einer transparenten Kommunikation, die Durchführung regelmäßiger Leistungsbewertungen, die Diversifizierung von Beschaffungsstrategien und die Prüfung von Partnerschaften mit Unternehmen wie EU Automation können Unternehmen inmitten der zunehmenden Komplexität ihre Lieferketten flexibel halten und gleichzeitig Stabilität gewährleisten.

Die Pandemie hat uns wirklich gezeigt, wie wichtig unsere Partner sind – wir sind nicht dafür gerüstet, mit massiven Störungen allein fertig zu werden. Schließlich sind wir eine Kette. Und jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Q. Cybersicherheit ist ein wichtiges Thema, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Vernetzung der Lieferketten. Wie können Unternehmen Technologien nutzen, um die Cybersicherheit zu stärken?

Jeder muss aufmerksamer sein. Die Mitarbeiter müssen laufend geschult werden, damit sie keine unnötigen Fehler machen, wie Phishing-Links öffnen oder KI-Chatbots mit geschützten Daten zu füttern. Die meisten Angriffe erfolgen über Software von Drittanbietern. Daher ist es ebenfalls äußerst wichtig, mit den Anbietern zusammenzuarbeiten, um zu gewährleisten, dass die Verbindungen sicher sind. Letztendlich brauchen Unternehmen ein solides Sicherheitskonzept.

Sie können die Technologie selbst nutzen, indem sie eine Vielzahl verschiedener Sicherheitsmaßnahmen einsetzen, von einfachen Dingen wie Verschlüsselung und Firewalls bis hin zu komplexeren Techniken wie Angriffserkennung, automatisierten Risikobewertungen und Präventionssystemen.

Letztendlich ist es entscheidend, zu verstehen, wie sich die Technologien und das Gesicht der Kriminalität verändern.

Q. Die Lieferketten werden immer datengesteuerter. Welche Fähigkeiten und Kompetenzen müssen die Fachkräfte Ihrer Meinung nach entwickeln?

Die Fachkräfte müssen starke Fähigkeiten in der Analytik entwickeln, darunter Kenntnisse in der Dateninterpretation, Visualisierung und statistischen Analyse, um die Möglichkeiten datengesteuerter Lieferketten effektiv zu nutzen. In der traditionellen Lieferkette war dies in der Regel nicht ausschlaggebend, so dass wir jetzt einer Wissenslücke gegenüberstehen, solange sich die nächste Generation noch in Ausbildung befindet und ins Berufsleben eintritt.

Fachkräfte brauchen auch ein solides Verständnis der neuen Technologien wie KI, maschinelles Lernen und Blockchain. Dies sind die Technologien der Zukunft, die für die Umsetzung innovativer Lösungen und die kontinuierliche Verbesserung des Lieferkettenmanagements unerlässlich sind.

Q. Was glauben Sie, welche neuen Trends die Zukunft des Lieferkettenmanagements prägen, und wie können Branchenfachleute der Zeit voraus sein?

Bei Lieferketten muss man wirklich mit dem Unerwarteten rechnen. Aber man braucht keine Kristallkugel, um zu erkennen, dass die weit verbreitete Einführung von KI, Blockchain und IoT zusammen mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Resilienz die Zukunft des Lieferkettenmanagements bestimmen werden.

Branchenfachleute müssen sich auf die kontinuierliche Weiterbildung in den Bereichen Datenanalytik, Technologieintegration und Nachhaltigkeitspraktiken konzentrieren. Sie müssen nicht mehrere Abschlüsse vorweisen können, aber ständiges Lernen und Weiterbildung sind ein Muss. Dies sollte Hand in Hand gehen mit der Förderung der Innovations- und Kooperationskultur innerhalb ihrer Unternehmen, wenn sie sich effektiv an diese sich entwickelnden Trends anpassen wollen.

Share

Beliebteste

Sprechen Sie mit unserem Team

Egal, ob Sie Beratung oder Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Teil benötigen, unser Team steht Ihnen gerne zur Verfügung, um Ihnen zu helfen und einen reibungslosen Betriebsablauf zu gewährleisten.