Siemens aktualisiert sein Automatisierungsportfolio regelmäßig und stellt Produkte im Zuge des technologischen Fortschritts ein. Neben diesen Änderungen im Produktlebenszyklus beeinflussen auch Preiserhöhungen bei älteren und minderwertigen Produkten die wirtschaftliche Rentabilität bestimmter Produktreihen.
Für Hersteller, die auf etablierte Siemens-Systeme setzen, kann diese Kombination aus steigenden Kosten und Produktauslauf das Risiko von Lieferengpässen erhöhen.
Anhand der aktuellsten öffentlich verfügbaren Daten von Siemens zu Produkteinstellungen [1] lässt sich erkennen, welche Siemens MLFB-Produktreihen derzeit am stärksten betroffen sind. Die folgende Grafik hebt die Produktreihen mit der höchsten Konzentration an eingestellten Artikeln hervor und hilft Herstellern, potenzielle Risikobereiche schnell zu identifizieren.
Die am stärksten von den Produkteinstellungen betroffenen Siemens-Sortimente

Die Daten stammen aus den Produktlebenszyklusinformationen von Siemens. Die dargestellten Produktgruppen sind beispielhaft und dienen dazu, Kunden die betroffenen Produktreihen zu verdeutlichen.
Die Daten zeigen, dass die Produkteinstellungen stark auf eine kleine Anzahl von Siemens-Produktreihen konzentriert sind, anstatt gleichmäßig über das gesamte Portfolio verteilt zu sein.
Wichtigste Erkenntnisse:
- SIMATIC-Software und HMI-Produkte weisen die höchste Anzahl an eingestellten Artikeln auf. Dies spiegelt den Übergang von Siemens zu neueren Engineering- und Visualisierungsplattformen sowie die steigenden Kosten für die Wartung älterer Softwareversionen wider [2].
- Engineering-, Simulations- und Systemsoftware spielt eine wichtige Rolle. Mehrere MLFB-Präfixe sind mit Werkzeugen und Bibliotheken verknüpft, die im Rahmen umfassenderer Portfoliooptimierungs- und Preisstrategien konsolidiert oder eingestellt werden.
- Hardwarekritische Systeme, darunter SINAMICS-Antriebe, SIMOTICS-Motoren und SINUMERIK-CNC-Plattformen, gehören ebenfalls zu den am stärksten betroffenen Produktreihen. Preiserhöhungen gehen hier häufig Produktlebenszyklusänderungen voraus oder begleiten diese, insbesondere bei älteren Varianten [3].
Warum MLFB-Präfixe wichtig sind
MLFB-Präfixe kennzeichnen umfassendere Siemens-Produktreihen. Werden mehrere Produkte derselben Präfixgruppe eingestellt – oft aufgrund wiederholter Preiserhöhungen oder sinkender Nachfrage –, deutet dies darauf hin, dass eine ganze Technologiefamilie das Ende ihres Lebenszyklus erreicht, selbst wenn einzelne Produkte kurzfristig noch verfügbar sind.
Die Nachverfolgung von Produkteinstellungen auf Präfixebene ermöglicht Herstellern Folgendes:
- Frühere Identifizierung anfälliger Systeme
- Antizipieren steigender Kosten für ältere Komponenten
- Priorisierung der Ersatzteilplanung, bevor Verfügbarkeit und Preise weiter sinken.
Was Hersteller als Nächstes tun sollten
Wenn Ihre Betriebsabläufe auf einer der aufgeführten Siemens-Produktreihen basieren:
- Überprüfen Sie die installierte Ausrüstung und Software anhand des MLFB-Präfixes.
- Überwachen Sie regelmäßig den Lebenszyklusstatus und die Preisentwicklung.
- Sichern Sie sich frühzeitig wichtige Ersatzteile, um weitere Preissteigerungen zu vermeiden.
- Prüfen Sie Ersatz- oder Migrationsoptionen.
Die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Automatisierungsanbieter kann dazu beitragen, die Systemlebensdauer zu verlängern, während langfristige Modernisierungspläne entwickelt werden, insbesondere wenn die Preise oder die Verfügbarkeit der Originalhersteller problematisch werden.
Referenzen
[1] https://support.industry.siemens.com
[2] https://www.siemens.com/wincc-unified
[3] https://www.siemens.com/sinamics
https://www.siemens.com/sinumerik