So integrieren Sie Industrie 4.0 in Ihr Unternehmen

Dem Engineering-UK-Bericht 2018 zufolge beläuft sich das Defizit an Maschinenbauabsolventen im Vereinigten Königreich auf 22.000 pro Jahr. Wenn man geringer qualifizierte Arbeitskräfte im Bereich Maschinenbau hinzunimmt, erhöht sich die Zahl auf mindestens 83.000 jährlich. Unternehmen müssen dafür sorgen, dass mehr Menschen in diese Berufe nachrücken, doch auch bereits existierende und neue Mitarbeiter bestmöglich fördern. 

Um die Kompetenzen der Belegschaft auf das gewünschte Niveau zu bringen, darf die Ausbildung von Ingenieuren nicht mit dem Universitätsabschluss aufhören. Industrie 4.0 bringt erhebliche Veränderungen mit sich. Unternehmen müssen anpassungsfähig sein, um erfolgreich zu sein. Eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung verbessert die Kompetenzen der Ingenieure und bereitet sie auf die Herausforderungen der Zukunft vor.

Auf dem neuesten Stand bleiben

In den Führungsetagen der Unternehmen ist man sich vielleicht nicht bewusst, dass ein Universitätsabschluss nicht das Ende einer Ausbildung bedeutet, sondern lediglich als Grundlage einer beruflichen Weiterentwicklung zu erachten ist. Junge Ingenieure verlassen die Uni mit handfesten akademischen und wissenschaftlichen Fertigkeiten und haben somit die besten Voraussetzungen, um neue Informationen aufzunehmen und umzusetzen. Universitäten vermitteln in der Regel keine Praxiserfahrung, abgesehen von diversen Praktika, die eine Reihe von Unternehmen, wie z. B. GE und EDF Energy, während des Studienverlaufs anbieten.

Ein anderer Weg, um praktische Erfahrungen zu sammeln, ist eine Berufsausbildung. Diese werden im Vereinigten Königreich von einer Reihe von Unternehmen angeboten, darunter Rolls Royce, und ermöglichen es neuen Mitarbeitern, während der Ausbildung Geld zu verdienen. Wenn Ingenieure kein Praktikum oder keine Berufsausbildung absolviert haben, obliegt es in der Regel dem Arbeitgeber, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Arbeitgeber sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass Universitätsabschlüsse und Berufsausbildungen häufig darauf ausgerichtet sind, den Auszubildenden die neuesten Technologien zu vermitteln. Dies sorgt zwar dafür, dass mehr junge Menschen sich für diesen Beruf interessieren. Es kann jedoch auch sein, dass sie nicht auf alle Aspekte dieser Tätigkeit vorbereitet sind.

Unserer Erfahrung nach nutzt ein Großteil der Hersteller nach wie vor ältere Ausrüstung in ihren Produktionslinien. Demnach kann es sein, dass Berufseinsteiger nicht wissen, wie sie mit dem Ausfall älterer Anlagen und Maschinen umgehen sollen, vor allem deswegen, weil neuere Technologien in der Regel weniger Instandhaltung erfordern. Die Ingenieure müssten Ersatzteile bei zuverlässigen Zulieferern bestellen. Dies kann sich bei bereits obsoleten Ersatzteilen jedoch als schwierig erweisen. Unternehmen sollten dafür sorgen, dass sie ihre Mitarbeiter in neuen und älteren Anlagen und Maschinen schulen, um unnötigen Ausfallzeiten vorzubeugen.

Unternehmen können neuen und bereits vorhandenen Mitarbeitern die Teilnahme an externen Fort-und Weiterbildungsmaßnahmen anbieten. Wenn ein Unternehmen z. B. sein Müllaufkommen reduzieren möchte, kann ein Six-Sigma-Kurs die Mitarbeiter mit den nötigen Kompetenzen ausstatten, um dies zu erreichen.

Fort- und Weiterbildung in jedem Alter

Nicht nur junge Ingenieure können von Fort- und Weiterbildung profitieren. Studien von VMWare zufolge eignen sich ältere Generationen am Arbeitsplatz aktiv technische und digitale Kompetenzen an. Bei einer Befragung von 500 Mitarbeitern in Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten gaben z. B. 39 Prozent der 45- bis 54-Jährigen an, sich im Hinblick auf die Gestaltung und Entwicklung mobiler Anwendungen beraten oder schulen zu lassen.

Erfahrene und junge Ingenieure sind mit Kompetenzen ausgestattet, die einander ergänzen. Jüngere Ingenieure können sich von erfahreneren Kollegen Praxiswissen vermitteln lassen, und ältere Kollegen können von der technischen Versiertheit junger Berufseinsteiger profitieren. Indem man neuen Mitarbeiten Schulungen anbietet, erfahrene Mitarbeiter weiterbildet und zur Zusammenarbeit ermutigt, können Unternehmen ihre Belegschaft mit den nötigen Kompetenzen ausstatten, um die technischen Herausforderungen der Zukunft zu meistern – was in Anbetracht des Fachkräftemangels im Maschinenbau eine wichtige Aufgabe ist. 

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