Inverter-Instandhaltung für Klimatechniker

Invertergetriebene Klimaanlagen sind energieeffizienter, verursachen weniger Betriebskosten und sind vorteilhafter zu installieren als nicht-invertergetriebene Vergleichsgeräte. In diesem Leitfaden erklären wir, wie HVAC-Techniker die Inverter in den Klimageräten ihrer Kunden optimal warten können.

Warum sind nicht alle Klimaanlagen invertergetrieben?

Es ist allgemein bekannt, dass invertergetriebene Klimaanlagen ihren nicht-invertergetriebenen Vettern überlegen sind. Sie können sowohl heizen als auch kühlen, und Nutzer profitieren von niedrigeren Lebenszeitkosten – denn ihre Energiekosten bleiben konstant niedrig. Auch die Installationskosten sind höher, da der Einbau komplexer und aufwändiger ist, weshalb sie für beauftragte Unternehmen die interessantere Option darstellen. Eine klassische Win-Win-Situation.

In seinen Jahresberichten zählt das Marktforschungsunternehmen Technavio invertergetriebene Ausrüstung sogar Jahr für Jahr zu den wachstumstreibenden Schlüsseltechnologien auf dem HVAC-Markt. Es stellt sich also die Frage, warum es nach wie vor traditionelle ein- und zweistufige Modelle gibt und nicht alle Anlagen invertergetrieben sind.

Die Kosten spielen dabei zweifelsohne eine Rolle, doch wenn beauftragte Unternehmen an EU Automation herantreten, um Ersatzmotoren, -inverter und andere Automatisierungsbauteile für die von ihnen zu wartenden Geräte zu kaufen, ist der Grund dafür meist ein anderer: Nämlich die Instandhaltung.

Wir HVAC-Techniker sind nicht unbedingt Spezialisten für Leistungselektronik, weshalb die Instandhaltung von Invertern eine Herausforderung darstellen kann. Es ist nicht so, dass Microcontroller und IGBTs (Bipolar-Transistoren mit isolierter Gate-Elektrode) unsere Fertigkeiten übersteigen würden, doch sie können auf jeden Fall etwas einschüchternd sein. Ich persönlich würde in einem Problemlösungs-Wettbewerb immer auf einen Elektriker oder Heizungstechniker setzen und nicht auf einen Elektronikspezialisten – aber damit wird das anstehende Problem nicht gelöst.

Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass wir zwar in Bezug auf die Marken von Klimaanlagen absolute Experten sind und Daikin- und Gree-Geräte auf einen Blick von Mitsubishi- und Fujitsu-Anlagen unterscheiden können, doch das bedeutet nicht unbedingt, dass wir auch Kontakte zu den Herstellern von Invertern haben. Amtech, Danfoss, Vacon und Yaskawa, all diese Namen kennen wir zwar, doch mit hoher Wahrscheinlichkeit haben wir die Nummern lokaler Händler für diese Marken nicht auf Abruf bereit. Das gilt vor allem dann, wenn das benötigte Bauteil zu einer invertergetriebenen Klimaanlagen der ersten Generation gehört und bereits weit über ein Jahrzehnt alt ist.

Instandhaltungstechniken

Die Instandhaltung von Invertern kann zwar herausfordernd sein, doch grundsätzlich ist sie nicht schwierig. Die Werkzeuge, die Sie dazu benötigen, beschränken sich meist auf ein einfaches Staubtuch und einen Schraubenschlüssel, und wenn Sie wirklich einmal etwas Ausgefalleneres brauchen sollten, haben Sie es höchstwahrscheinlich ohnehin dabei: Einen Laptop, ein Staubsauger und ein Multimeter.

Bevor Sie loslegen, sollten Sie bedenken, dass wir Inverter üblicherweise einfach als Inverter bezeichnen, doch die Hersteller selbst – und auch zahlreiche Informationsquellen im Internet – bezeichnen diese Geräte oft als „drehzahlgeregelte Antriebe“ (Variable Speed Drives, VSDs), „Frequenzumrichter“ (Variable Frequency Drives, VFDs) oder schlicht und einfach als „Antriebe“.

Folglich zahlt es sich aus, bei der Online-Suche nach Erklärungs- und Anleitungsvideos alle drei der oben genannten Schlagwörter zu verwenden und auch den Namen des Invertor-Herstellers und das jeweilige zu lösende Problem in die Suche zu integrieren, um sicherzugehen, dass Sie relevante Ergebnisse erhalten.

Wenn Sie dann zur Instandhaltung übergehen, ist der erste Schritt überaus einfach: Stellen Sie sicher, dass das Gerät staubfrei ist. Das erreichen Sie bereits, wenn Sie im Rahmen routinemäßiger Instandhaltungsmaßnahmen oder bei der Untersuchung eines Problems den Kühlkörper des Geräts mit einem elektrostatisch ableitfähigen Staubsauger (ESD-Staubsauger) reinigen.

Prüfen Sie auch die Filter, während Sie Staub und übliche Schmutzablagerungen entfernen. Diese müssen meist im Rahmen der jährlichen Instandhaltung ausgetauscht werden, doch bei intensiver Nutzung kann ein häufigerer Austausch erforderlich sein.

Das Bedienfeld selbst sollte ebenfalls gut belüftet und staubfrei sein, denn andernfalls kann es überhitzen – und Überhitzung ist die Hauptursache für Schäden an Invertern und der häufigste Grund, warum beauftragte Unternehmen bei uns Ersatzteile kaufen.

Stellen Sie auch sicher, dass die Umgebung des Geräts sauber und so gut wie möglich vor Witterungseinflüssen geschützt ist, bevor sie Ihr Staubtuch und den Staubsauger wieder einpacken. Da die Geräte üblicherweise auf Dächern montiert sind, wird die Reinigung der Umgebung nicht perfekt ausfallen, doch die Maschinen sind so konzipiert, dass sie einiges aushalten können. Doch auch wenn sie recht robust sind, ist es nicht in Ordnung, wenn sie von Laub bedeckt oder von Abfällen umgeben sind oder direkt unter dem Abfluss einer Regenrinne stehen!

Und nun: Der Schraubenschlüssel

Wenn Sie die oben beschriebenen Schritte abgeschlossen haben, sind Sie fürs Erste mit dem Abstauben fertig und es ist an der Zeit, Ihre Schraubenzieher und Schraubenschlüssel ins Spiel zu bringen.

Überprüfen Sie zunächst, ob die Lüfter des Inverters normal und geräuschlos arbeiten und dass sie nicht blockiert sind. Ebenso wie bei einem PC sorgt die Lüftung auch bei Invertern dafür, dass alle internen Komponenten des Geräts effizient arbeiten, und wenn ihre Funktion beeinträchtigt ist, überhitzen die Kondensatoren und der Inverter fällt aus.

Ihre nächste Aufgabe besteht darin, mit dem Schraubenschlüssel nachzuprüfen, dass alle Leistungsanschlüsse fest sitzen. Lockere Verbindungen führen zu Funken- oder Lichtbogenbildung, Überhitzung und sogar zum Schmelzen von Komponenten, doch das lässt sich durch regelmäßiges Überprüfen im Rahmen jeglicher Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen einfach verhindern.

Und da wir uns gerade mit Aufgaben auseinandersetzen, die auch ein Lehrling oder Azubi mit geschlossenen Augen hinbekommen würde: Stellen Sie sicher, dass das abnehmbare LCD-Steuermodul des Inverters vernünftig verstaut ist und nicht dauerhaft am Antrieb angeschlossen ist. Wenn es permanent angeschlossen bleibt, besteht die Möglichkeit, dass auch das Display durchgehend eingeschaltet bleibt - und wenn Sie dann eines Tages ein Problem diagnostizieren müssen, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgebrannt und damit nutzlos.

Es ist Zeit für den Laptop

Bei der Installation oder Instandhaltung eines Inverters, der zu einer Klimaanlage gehört, ist es eine vernünftige Vorsichtsmaßnahme, eine Sicherungskopie der Antriebsparameter auf Ihrem Laptop anzulegen. Dieser Vorgang nimmt nur wenige Minuten in Anspruch und erfolgt üblicherweise mithilfe des abnehmbaren LCD-Steuermoduls. Tatsächlich genügt es meist, im Menü einfach „PARs“ und dann „BACKUP“ auszuwählen. Sollten Sie dabei auf Probleme stoßen, so finden Sie auf YouTube zahlreiche Videoanleitungen (wie diese hier), in denen dieser Vorgang für unterschiedliche Antriebe genau erklärt wird.

Und wenn der Inverter jemals ausgetauscht werden muss, können Sie dank ihrer Vorkehrungen einfach die Sicherungskopie der Parameter aufrufen und einfach das passende neue oder generalüberholte Ersatzgerät bestellen, auf das Sie die Parameter wieder übertragen, um eine problemlose und rasche Inbetriebnahme sicherzustellen. Ihre Kunden werden Sie als den besten aller Leistungselektronik- und HVAC-Experten betrachten und Ihnen bis in alle Ewigkeit die Treue halten - vor allem, wenn Sie sie an einem heißen Tag retten!

Wenn Sie diese einfachen Maßnahmen befolgen, werden Sie feststellen, dass sich die Lebensdauer der Inverter in den Klimaanlagen Ihrer Kunden erheblich ansteigt und die Motoren nicht länger unnötig mit hoher Leistung laufen, weil die Invertersteuerung unzureichend ist.

Share