Ein verborgener Schatz

The Guardian erklärte kürzlich, dass der Wettlauf um seltene Metalle in der Tiefsee nun offiziell begonnen hat. Bergbauunternehmen planen den profitablen Abbau seltener Erden, die in 4.000 Meter Tiefe im Pazifischen Ozean entdeckt wurden. Doch angesichts von Millionen Tonnen Elektroschrott, die jedes Jahr produziert werden, und immer ausgefeilteren Techniken, um seltene Metalle daraus zurückzugewinnen, könnte eine umweltfreundlichere Alternative direkt vor unseren Augen und greifbar nah liegen.

Laut Statista wird die weltweite Nachfrage nach Oxiden seltener Erden von 208.250 Tonnen im Jahr 2019 auf geschätzte 304.678 Tonnen im Jahr 2025 ansteigen, was einem Zuwachs von 37,5 Prozent entspricht. Seltene Erden, wie die Seltenerdmetalle verkürzend auch genannt werden, finden Anwendung in einer Vielzahl von Verbrauchertechnologien und Hightech-Geräten wie Festplattenlaufwerken und Technologien für saubere Energie. Beispielsweise wird Tantal, das seltenste stabile Metall, aufgrund seiner unübertroffenen Energiespeicherfähigkeiten häufig in Windkraftwerken eingesetzt.

Seltene Erden haben jedoch auch wichtige Anwendungsgebiete in der industriellen Automatisierung. So benötigen etwa Servomotoren magnetische Materialien, die Neodym und Dyspromin enthalten, während Gallium in seiner flüssigen Form in Mensch-Maschine-Schnittstellen (HMIs) verwendet wird.

Angesichts ihrer zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten übersteigt die Nachfrage nach Seltenerdmetallen rasch die Menge, die wir an Land abbauen können. Folglich begrüßen Bergbauunternehmen die Möglichkeit, Vorkommen in der Tiefsee auszubeuten, und hoffen, dass bereits bis Juli 2023 globale Richtlinien zur Regelung des Abbaus eingeführt werden könnten. Umweltaktivisten warnen jedoch davor, dass dies katastrophale Folgen für empfindliche Meeresökosysteme haben könnte.

Wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht

Während Bergbauunternehmen also nach verborgenen Schätzen am Meeresboden Ausschau halten, haben wir eine ebenso wertvolle Alternative, wenn auch weitgehend unterhalb unserer Wahrnehmung, direkt vor Augen.

Im Jahr 2019 wurde die weltweite anfallende Menge an Elektroschrott auf 48,6 Millionen Tonnen geschätzt, was 350 Kreuzfahrtschiffen entspricht. Da die COVID-19-Pandemie einen massiven Anstieg der Nutzung digitaler Technologien ausgelöst hat, müssen wir davon ausgehen, dass diese Zahl weiter massiv ansteigen wird.

Viele unserer ausgemusterten Geräte, sowohl Verbrauchertechnologie als auch Industrieausrüstung, enthalten wertvolle Seltenerdelemente. Anstatt in den wenigen verbliebenen unberührten Ökosystemen unseres Planeten nach seltenen Metallen zu schürfen, sollten wir in tragfähige Methoden investieren, um die verblüffenden Mengen dieser Substanzen, die in unseren entsorgten Geräten vorhanden sind, zurückzugewinnen. Derzeit ist der Prozess für die Rückgewinnung seltener Erden aus Alttechnologie, auch bekannt als „smelting“ (Einschmelzen, Verhütten), sehr kostspielig und energieintensiv, weshalb mehr Forschung erforderlich ist. Was können wir Hersteller also tun?

Der erste Schritt ist, unsere Abhängigkeit von brandneuen Produkten zu reduzieren. So sind zum Beispiel generalüberholte oder aufgearbeitete Ersatzteile für die Automatisierung eine großartige Alternative zu Neukomponenten. Diese Teile wurden gereinigt, repariert und getestet, funktionieren ebenso gut wie Neukomponenten und verfügen über eine volle Garantie, wenn Sie über eine seriöse Quelle erworben werden. Darüber hinaus ist es derzeit aufgrund der aktuellen globalen Lieferkettenkrise so, dass generalüberholte Produkte im Vergleich zu neuen erheblich kürzere Lieferzeiten haben können.

Es ist jedoch wichtig, zwischen Teilen zu unterscheiden, die einem vollständigen Wiederaufbereitungs- und Testverfahren unterzogen wurden, und gebrauchten Alternativen, deren Zustand nicht gewährleistet werden kann. Die beste Lösung besteht darin, sich auf einen vertrauenswürdigen Zulieferer für Automatisierungsbauteile zu verlassen, der vollständige Transparenz hinsichtlich des Zustands von Teilen und des durchlaufenen Wiederaufbereitungsprozesses bietet.

Wiederaufbereitete Komponenten sind nicht nur sicher in der Nutzung, sondern können auch das Wachstum von Kreislaufwirtschaft unterstützen – des einzigen tragfähigen Modells, um die Netto-Null-Emissionsziele zu erreichen, die unser Planet so dringend braucht.

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