Digitalisierung in der Fertigung: Marathon oder Sprint?

Obwohl der Begriff Industrie 4.0 erstmals im Jahr 2011 geprägt wurde, haben nur wenige Unternehmen solche Technologien effektiv implementiert.

 

Turbulente Umstände wie die COVID-19-Pandemie verstärken jedoch die Notwendigkeit der Digitalisierung in der Fertigung. Sollten Hersteller daher einen Sprint hinlegen und rasch neue Automatisierungstools anschaffen? Und wenn dem so ist, für welche Tools sollen sie sich entscheiden?

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von McKinsey zeigt, dass Unternehmen bei der Digitalisierung in nur acht Wochen einen Sprung vollzogen haben, der sonst fünf Jahre gedauert hätte. Die Einführung neuer Technologien war in ihren Anfängen mit großen Kosten und Risiken verbunden. Das bedeutete, dass die meisten Hersteller traditionell einen marathonähnlichen Ansatz bei der Digitalisierung gewählt haben – langsam und stetig.

In letzter Zeit sprinten Unternehmen jedoch plötzlich in Richtung digitaler Transformation in der Fertigung. Dies dient dem Versuch, während der Pandemie Sicherheit und Effizienz aufrechtzuerhalten. Unternehmen tätigen vermehrt Investitionen in Automatisierungstools, die schnell wirkungsvolle Ergebnisse liefern. Sehen wir uns also an, welche Technologien bis jetzt am einflussreichsten waren:

Cloud-Dienste

Als Folge der Pandemie hat die Regierung verschiedene Lockdown-Pläne umgesetzt. Diese haben insbesondere aufgezeigt, wie wichtig es ist, verlässliche Bedingungen für das Remote Arbeiten zu schaffen.

Umso wichtiger ist es, in cloudbasierte Lösungen zu investieren. Wie lange die Menschen gezwungen sein werden, von zu Hause aus zu arbeiten, ist derzeit noch nicht abzusehen. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass Cloud Computing immer häufiger zum Einsatz kommen wird.

Vorteile von Cloud-Managed-Services

Unternehmen, die bereits über eine Cloud-Infrastruktur verfügen, sind am besten für die Auswirkungen der Pandemie gerüstet. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es sich um ein Multi-Cloud-System handelt.  Für diejenigen, die dies nicht tun, können Cloud-Dienste die Rettung in der Not darstellen, mit deren Hilfe es ihnen möglich ist, ihre Kunden zu bedienen und ihre Assets zu schützen.

Das Remote Arbeiten hat die Angriffsfläche für Cyberattacken vergrößert, und Mitarbeiter müssen mit ihren Daten noch sorgsamer umgehen.

Cloud-Dienste können verschlüsselte Daten schützen, ständig überwachen und automatisierte Backups erstellen. Doch auch im Rahmen der digital geprägten Erholung nach der Pandemie werden Cloud-Dienste eine zentrale Rolle spielen. Je rascher Unternehmen Cloud-Dienste nutzen, desto besser sind sie für eine ungewisse Zukunft gerüstet.

Digitale Lagerautomatisierung

Darüber hinaus besteht aufgrund der Epidemie die dringende Notwendigkeit, umgehend auf unerwartete Nachfragespitzen zu reagieren und Unternehmen müssen auf mögliche Störungen der Lieferkette vorbereitet sein.

Um das zu erreichen, mussten Hersteller ihre Lager optimieren und sicherstellen, dass sie so effizient wie möglich arbeiten. Lagerhallen werden nicht nur immer größer, um den Anforderungen des Marktes zu entsprechen, diese Smart-Lagertechnologien werden auch sicherer.

Fahrerlose Transportfahrzeuge in Lagerhallen

Beispielsweise hat der Einsatz von Fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) in Lagerhallen deutlich zugenommen. Schon vor der Pandemie zeigte der Markt für fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) ein beachtliches Wachstum von 30 Prozent. Durch die Pandemie ist diese Zahl inzwischen sprunghaft angestiegen.

FTF können mit 5G-Netzwerken verbunden werden und sind unumgänglich für die Optimierung von Aufgaben im Lagerbetrieb wie Kommissionierung, Transport und Lagerung von Produkten ohne menschliches Zutun. Eine Branche, die besonders von FTF profitieren wird, ist die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Das liegt daran, dass in diesem Sektor der Bedarf an Kommissionier- und Greifertechnologie eine besonders zentrale Rolle spielt.

Auch der Einsatz von automatischen Kommissioniersystemen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Bis vor einem Jahr wurden neunzig Prozent der Kommissionierung in den Lagerhäusern von Hand durchgeführt. Heute benötigen intelligente Warenlager Systeme wie „Pick-to-light“ (lichtgesteuerte Kommissionierung), sprachgesteuerte Kommissionierung oder mobile kollaborative Roboter.

Für kleine und mittlere Unternehmen ist eine Hybridlösung am praktischsten. Ein Beispiel: Pick-to-Light, das die Installation von LEDs und Barcode-Scannern an den Regalen erfordert, kann für solche Unternehmen optimal sein.

Zu Beginn mag die Vierte Industrielle Revolution eher ein Marathonlauf gewesen sein, an dem Hersteller weltweit in ihrer individuellen Geschwindigkeit mitmachten. Doch um dieses Rennen im Umfeld ständig veränderlicher Märkte gewinnen zu können, sollten Hersteller jetzt den Sprung wagen und die Digitalisierung endgültig vollziehen.

Wir bei EU Automation verstehen den Druck, der auf Herstellern und Geschäftsinhabern lastet. Wir können ihnen helfen, ihre Produktion am Laufen zu halten, indem wir ihnen die benötigten Automatisierungsbauteile innerhalb kürzester Zeit liefern. Wir helfen Ihnen, Stillstandszeiten zu vermeiden.

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