Die Vereinheitlichung von Nachhaltigkeitszielen

Nachhaltigkeit ist für Hersteller auch im Jahr 2023 gleichzeitig Priorität und Problembereich. Von Unternehmen wird erwartet, dass sie mit der Nachfrage Schritt halten und Produkte immer schneller auf den Markt bringen, während Regierungen gleichzeitig immer mehr Druck ausüben, Teile nachhaltig zu produzieren. Da die Vorschriften in puncto Nachhaltigkeit nach wie vor auf die Reduktion von Emissionen und Abfällen abzielen, bietet sich Unternehmen die Möglichkeit, nach innovativen Alternativen mit geringeren Umweltauswirkungen Ausschau zu halten.

Singapur hat kürzlich Offenlegungsvorschriften für Unternehmen und Vorstände hinsichtlich Klimabelangen und Diversität festgelegt, um Unternehmen zu ermutigen, sich ihrer Umweltauswirkungen besser bewusst zu werden und zu bewerten, wie sie Vermögenswerte einsetzen. Diese Vorschriften zwingen die meisten Unternehmen dazu, ihre Verfahren zur Nachhaltigkeitsberichterstattung intern zu überprüfen, und darüber hinaus müssen sämtliche Geschäftsführer eine „einmalige Schulung“ zum Thema Nachhaltigkeit absolvieren.

Nachhaltige Geschäftsentwicklung

Laut der Studie „The State of Environmental Sustainability between Large Organisations In Asia Pacific“ von Forrester haben zwar nur 33 Prozent der analysierten Unternehmen in der APAC-Region einen Nachhaltigkeitsbeauftragten, doch immerhin 53 Prozent habe sich ein Zieldatum für die teilweise oder vollständige Beseitigung von Treibhausgas-(THG)-Emissionen gesetzt, was dem globalen Durchschnitt von 55 Prozent entspricht.

Die neuen Offenlegungsvorschriften werden diesen Prozentsatz wahrscheinlich erhöhen, da sie Unternehmen dazu zwingen, mehr Verantwortung für ihre Umweltauswirkungen zu übernehmen und entsprechende Verbesserungen vorzunehmen. Derzeit gelten die Vorschriften für Unternehmen und Vorstände hinsichtlich der Offenlegung von Klimabelangen und Diversität nicht für die Werkstoff-, Bau- und Transportbranche, doch ab 2024 sind auch diese davon betroffen. 

Singapur hat stets darauf geachtet, ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz aufrechtzuerhalten. Mehrere aufeinanderfolgende Umweltschutzkonzepte, etwa der Singapore Green Plan 2030 und der Sustainable Singapore Blueprint (SSB) 2015, haben verschiedene Strategien und Initiativen vorgegeben, um Wirtschaftswachstum und gleichzeitig eine lebenswerte Umgebung zu erreichen. So werden beispielsweise mittlerweile über 95 Prozent des Stroms in Singapur aus Erdgas erzeugt. 

Ziele festlegen

Ein Schlüsselfaktor im Bereich der Nachhaltigkeit liegt in der Schwierigkeit, Ziele sowohl zwischen Unternehmen als auch auf globaler Ebene zu vereinheitlichen. Es gibt keine „Einheitslösung“, wenn es darum geht, eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen – so sind beispielsweise größere Veränderungen, die Länder umsetzen können, abhängig von ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Situation und Leistungsfähigkeit. Viele Ziele werden „von oben herab“ vorgegeben und ignorieren den lokalen Kontext – das kann sich auf lokale Märkte auswirken und das Geschäftswachstum zum Erliegen bringen.

Darüber hinaus gibt es in Industrie- und Entwicklungsländern unterschiedliche Standards in Bezug auf Vorgaben und Umweltvorschriften, was es umso schwieriger macht, eine gemeinsame Ausgangsbasis zu finden. Dies ist oft auf einen Mangel an Daten, Überwachungsinfrastruktur und institutioneller Unterstützung zurückzuführen. Infolgedessen sind die globalen Anforderungen oft zu ehrgeizig, beeinträchtigen vielmehr den Handel und führen zu Marktbeschränkungen für Entwicklungsländer. 

Diese Faktoren machen es für Unternehmen oft schwierig, zu entscheiden, wo sie am besten ansetzen sollen. Das betrifft insbesondere die Fertigungsindustrie, in der schnelle Produktionszyklen von entscheidender Bedeutung sind, und wo es gilt, umweltfreundlichere Produktionslinien zu schaffen und gleichzeitig die Produktivität hoch zu halten. 

Seien Sie Ihren Zielen einen Schritt voraus

Das Modell der Kreislaufwirtschaft ist ein großartiger Ausgangspunkt für Hersteller, die Abfälle reduzieren möchten. Die Einbeziehung ihrer Prinzipien verbessert die Umweltauswirkungen der Herstellung durch die Verwendung wiederaufbereiteter Teile. Am Ende ihrer Lebensdauer werden Produkte und Materialien zurückgewonnen und wiederaufbereitet, damit bereits verarbeitete Ressourcen so lange wie möglich in Verwendung bleiben. Der Einsatz generalüberholter Teile kann sowohl die Verschwendung von Werkstoffen als auch Energieverluste minimieren und das Risiko der Obsoleszenz des Gesamtsystems reduzieren.

Solarpanele sind eine weitere Alternative, mit der Unternehmen Kohlendioxidemissionen reduzieren können. Sie bestehen aus kleineren Einheiten, die als Solarzellen bezeichnet und aus halbleitenden Materialien, typischerweise aus Silizium, hergestellt werden. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen werden bei durch Sonnenenergie produziertem Strom keine Schadstoffe freigesetzt, und abgesehen von sauberem Wasser sind keine weiteren Ressourcen erforderlich. Durch die Verringerung ihrer Abhängigkeit vom nationalen Stromnetz können Unternehmen ihre Stromkosten drastisch senken.

Und schließlich kann die Investition in intelligente Fabriktechnologie entscheidend für Hersteller sein, um ihre Nachhaltigkeitsziele durch gesteigerte Effizienz und Flexibilität zu erreichen. Beispielsweise kann Analyse- und Überwachungstechnologie dazu beitragen, Engpässe in Produktionsketten zu vermeiden, während prädiktive Analysen unvorhergesehene Defekte und kostspielige ungeplante Stillstandszeiten verhindern können

Die Nachrüstung bestehender Anlagen mit Industrie 4.0-Technologien kann Unternehmen dabei unterstützen, sich mit weniger Kosten und weniger Ressourcen der digitalisierte Nachhaltigkeit zuzuwenden. Mehr Nachhaltigkeit kann auch durch Big Data erreicht werden, und zwar durch die Erstellung digitaler Zwillinge und „Digital Threads“, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Ressourcen besser zu einzusetzen.

Dank dieser zusätzlichen Transparenz können Hersteller Echtzeit-Daten zur Produktleistung an das Design-Team zurückmelden und so Qualität und Leistung neuer Produktdesigns verbessern. Intelligente Fabriken bieten Herstellern unendliche Möglichkeiten, Geschäftsmodelle anzupassen, den Betrieb zu verbessern und Nachhaltigkeit als Erfolgsgeheimnis in turbulenten Zeiten zu betrachten.

Insgesamt gesehen bieten Nachhaltigkeitsinitiativen niedrigere Geschäftskosten, innovativere Strategien, einen besseren Ruf und die Aussicht auf neue Kunden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Umweltschonende Alternativen steigern auch die Produktivität, sodass Hersteller ihre Produktion optimieren können.

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