Den Unterschied zwischen schlanken und agilen Produktionssystemen kennen

Häufig wird angenommen, dass schlanke und agile Produktion austauschbare Konzepte seien, da es einige Ähnlichkeiten zwischen den beiden gibt. Beispielsweise sind beide Strategien wichtig für Hersteller, die ihre Geschäfte nachhaltig führen und sich von der Konkurrenz abheben möchten. Beide basieren auf Datenanalysen und modernen Technologien, und für beide ist eine effiziente Kommunikation zwischen verschiedenen Abteilungen und Betriebsabläufen nötig. 

Doch trotz dieser Gemeinsamkeiten handelt es sich bei der schlanken und der agilen Produktion um zwei eigenständige Konzepte. Um sicherzustellen, dass sie positive Auswirkungen auf ihr Unternehmen haben, sollten Hersteller über ein gutes Verständnis der Zielsetzungen jedes dieser Konzepte verfügen und wissen, wie sie umgesetzt werden können. 

Schlanke Produktion

Ziel der schlanken Produktion ist es, Verschwendung zu beseitigen. Das bedeutet, dass alle Prozesse und Prozess-Komponenten, die nicht zur Wertschöpfung beitragen, eliminiert werden sollten. Um das zu erreichen, sollten Hersteller die Produktionskosten senken, ihre bestehendes Inventar verkleinern und die Arbeitsproduktivität steigern. So wird die Rentabilität maximiert, ohne die Produktkosten zu erhöhen. 

Veränderungen, die im Zuge einer Strategie für die schlanke Produktion umgesetzt werden, dürfen die Produktqualität nicht beeinträchtigen. Ein Vorzeigebeispiel dafür ist die chinesische Fertigungsindustrie. Ursprünglich war sie auf hohe Produktivität und geringe Kosten ausgerichtet, doch dies trug ihr einen schlechten Ruf in Bezug auf die Produktqualität ein. Die chinesische Regierung führte die Initiative „Made in China 2025“ ein, um dieses Problem zu lösen und die Branche zu einer verstärkt kundenorientierten Ausrichtung zu bringen. Und das ist der Punkt, an dem die agile Produktion ins Spiel kommt. 

Agile Produktion

Die kundenorientierte Produktion verlangt von Unternehmen, dass sie die Anforderungen ihrer Kunden stets genau im Auge behalten und dabei agil genug bleiben, um diesen entsprechen zu können. Das bedeutet, dass Hersteller einen Wandel weg von traditionellen, robotisierten und systematischen Geschäftsmodellen und hin zu flexibleren Ansätzen vollziehen müssen.

Heute verlangen Kunden verstärkt personalisierbare Produkte, und um diese Nachfrage erfüllen zu können, investieren Hersteller in 3D-Druck, was die Fertigung der jeweiligen Produkte gemäß den spezifischen Design-Vorgaben des Kunden ermöglicht. Als Alternative dazu können Hersteller einen modularen Produktdesign-Prozess implementieren, bei dem Produkte aus einer Reihe verschiedener Teile hergestellt werden, was die rasche und einfache Umsetzung verschiedener Varianten ermöglicht. 

Der Kunde will heute außerdem rasch beliefert werden und ist auch bereit, dafür zu zahlen — wie uns Amazon Prime nachdrücklich demonstriert. Um eine rasche Lieferung sicherzustellen, müssen Hersteller in Echtzeit auf die fluktuierende Nachfragesituation reagieren. 

Und um herauszufinden, was ihre Kunden wollen, müssen Zulieferunternehmen einen engen Kontakt zu ihnen pflegen. Soziale Medien bieten einen kostenlosen und effizienten Weg, um das zu erreichen. Auch der Besuch von Fachmessen und Networking-Veranstaltungen kann hilfreich sein, um das direkte Gespräch mit den Kunden zu suchen und ein besseres Verständnis für ihre Bedürfnisse zu entwickeln. 

Sowohl die schlanke als auch die agile Produktion sind von großer Bedeutung, um Ihr Unternehmen sicher und nachhaltig zu führen. Denn auch wenn diese beiden Konzepte unterschiedliche Schritte zur Erreichung unterschiedlicher Ziele erfordern, werden Sie bei der Umsetzung einer dieser beiden Strategien feststellen, dass sich die jeweils andere praktisch von selbst ins Spiel bringt.

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