20 Jahre Internet of Things

Kevin Ashton prägte 1999 den Begriff „Internet of Things (IoT)“, um die zu dieser Zeit revolutionäre Idee einzuführen, Maschinen mit dem Internet zu verbinden, damit sie Informationen unter sich oder mit Menschen austauschen können. Auf diese Weise werden Maschine laut Kevin Ashtons zum „Nervensystem der Menschheit“.

Der in Birmingham geborene Technologe verwendete das Internet of Things ursprünglich als Titel für eine Präsentation, die er bei Procter & Gamble gehalten hat, wo er Pionierarbeit in Bezug auf die Radiofrequenz-Identifikation (RFID) und Sensortechnologien geleistet hat. Wie alle wirklich revolutionären Ideen war die, die er vorgestellt hat, so einfach wie bahnbrechend, nämlich RFID in der Lieferkette von Proctor & Gamble mit dem Internet zu verbinden, so dass Maschinen relevante Daten teilen können, die zur Überwachung ihrer Leistung und Optimierung der Produktion genutzt werden könnten.

Nach dieser Präsentation gründete Ashton den Auto-ID Center am Massachusetts Institute of Technology (MIT), dessen Ziel es war, ein globales RFID-basiertes Artikelidentifikationssystem zu entwickeln. Das Zentrum besteht heute aus Auto-ID Laboren, einer Forschungsgruppe aus sieben Universitäten auf vier verschiedenen Kontinenten, die das Potenzial von verbundenen Geräte weiter erforschen.

Das IoT nach den ersten zehn Jahren

Das klang zwar vielversprechend, aber die Vorstellung von einer Welt, in der das Internet helfen könnte, jeden Aspekt der Gesellschaft vom Gesundheitswesen bis hin zur Fertigung zu verbessern, dauerte mehrere Jahre, bis sie gänzlich verstanden und umgesetzt wurde.

2009 erklärte Ashton, dass seine umfassendere Vision unerfüllt bliebt, auch wenn der Begriff Internet of Things zu diesem Zeitpunkt bereits weitverbreitet war. „Heutzutage sind Computer, und damit auch das Internet, fast vollständig von den Menschen abhängig, die sie mit Informationen füttern“, schrieb er im RFID Journal. „Wir müssen Computer befähigen, Informationen mit ihren eigenen Mittel zu sammeln, damit sie die Welt selbst sehen, hören und riechen können.“

Was Ashton meinte, war, dass während jeder das Potenzial des Internets, Informationen zu verbreiten, verstand, sich nur wenige über die entscheidende Rolle von Sensoren beim Erfassen von Daten bewusst waren.  Zu dieser Zeit wurden nahezu alle im Internet verfügbaren Daten von Menschen erfasst und geteilt, entweder durch Eingabe, Scannen oder Hochladen von Bildern und Barcodes. Das brachte ein großes Manko mit sich - die begrenzte Zeit, Genauigkeit und Aufmerksamkeitsspanne des Menschen.

Ashton behauptete, dass, während Menschen gut darin sind, mit Ideen zu arbeiten, sie nicht gut darin sind, Daten über die physikalische Welt zu erfassen, die viele Milliarden Mal mehr Informationen enthält als wir annähernd eingeben oder scannen können. Deshalb sprach er sich für die breitere Nutzung von RFID und Sensortechnologien ein, um Computer zu befähigen, die Welt ohne die Beschränkung der von Menschen eingegebenen Daten zu verstehen.

Die zeitgenössische Szene

In eine aktuellen Interview für das Smithsonian Magazine, teilte Ashton seine Begeisterung über die Tatsache, dass das IoT Computer letztendlich dazu befähigt hat, die Welt zu fühlen. Vor einem Jahrzehnt waren Computer wie Gehirne ohne Gefühle, da sie nur die Informationen verarbeiten konnten, die wir ihnen geliefert haben. Vernetzte Sensoren haben den Maschinen Augen und Ohren gegeben, die sie nicht hatten, so dass sie Daten auf viel effizientere Weise sammeln konnten.

In weniger als zwei Jahrzehnten hat das IoT die Entwicklung von Technologien vorangetrieben, die derartig in unseren Alltag integriert sind, dass wir sie als so selbstverständlich ansehen wie GPS-Systeme auf unseren Mobiltelefonen. In der Zwischenzeit haben Anlagenmanager das enorme Potenzial der Konnektivität erkannt, die Produktionslinien zu überwachen und zu optimieren. Dadurch kam das Industrial Internet of Things (IIoT) auf, ein Konzept, das die vierte Industrielle Revolution vorantrieb und die Fertigungslandschaft veränderte.

Heute besteht die wahre Herausforderung darin, Daten zu nutzen, um die echten Geschäftsbedürfnisse anzugehen, insbesondere angesichts der sich schnell verändernden Kundenerwartungen. Datenwissenschaftler spielen eine zentrale Rolle in dieser Phase – Computer können schließlich die Welt fühlen und miteinander kommunizieren, jedoch bedarf es Menschen, um sie zu verstehen und entsprechend zu handeln.

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