In die Qualität der Zukunft investieren

In die Qualität der Zukunft investieren

Nachdem sie in die Atmosphäre des roten Planeten eingetaucht war, ging 1999 die NASA-Sonde „Mars Climate Orbiter“ verloren. Die NASA-Untersuchungskommission prüfte den Vorfall und stellte fest, dass die Software versagt hatte, weil ein Techniker vergessen hatte, einige Daten vom imperialen ins metrische System zu konvertieren. Das Übersehen einer Diskrepanz bei den Maßeinheiten kostete die NASA Millionen und führte zur Verzögerung wichtiger Forschungsarbeiten. Die Kosten aufgrund fehlerhafter Berechnungen gehen zwar nicht immer gleich in die Millionen, doch in der Fertigung ist ein hohes Qualitätsniveau von zentraler Bedeutung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im vorliegenden Artikel sehen wir uns genauer an, wie Hersteller eine neue Revolution in der Qualitätskontrolle einläuten können. 

Steve Young, Performance Manager bei EU Automation, untersucht, wie Hersteller die Qualitätskontrolle revolutionieren können.

In den vergangenen Jahren lieferten sich Fertigungsunternehmen rund um die Welt durch die Investition in fortschrittliche Technologien ein Wettrennen bei der Umsetzung von Industrie 4.0. Solche mit dem Internet der Dinge (IoT) verbundenen Technologien ermöglichen es Unternehmen, enorme Mengen an Daten über die Effizienz ihrer Anlagen zu nutzen und eine präzise Darstellung aller Abläufe in ihrer Produktionsanlage zu erhalten. 

Intelligente Technologien können Hersteller dabei unterstützen, Präzision und Effizienz zu verbessern, doch mehr Automatisierung bedeutet nicht immer automatisch auch eine verbesserte Produktqualität. Da der Endkunde vermehrt hochqualitative Produkte nachfragt, setzen Hersteller die Qualitätskontrolle ganz oben auf die Prioritätenliste und schaffen so einen neuen Schwerpunkt in dieser Industriellen Revolution — Qualität 4.0.

Qualität 4.0

Bei dieser neuen Revolution verschmelzen traditionelle Qualitätskontrollprozesse mit Technologien der Industrie 4.0, um die Produktivität entlang der gesamten Lieferkette zu verbessern. Durch die Überwachung der Qualität von Maschinenpark, Prozessen und Rohmaterialien können Hersteller sicherstellen, dass sämtliche Abschnitte der Montagelinie optimiert sind, bevor die Produktion tatsächlich startet. Mithilfe einer solchen Vorgehensweise kann die Effizienz der Produktionslinie verbessert und der Gesamt-CO2-Fußabdruck sowie die anfallende Abfallmenge reduziert werden.

Fertigungsunternehmen jeder Größe können von verbesserter Qualitätssicherung profitieren. In mehreren Phasen des Produktionsprozesses beseitigt sie die Möglichkeit für das Auftreten menschlicher Fehlleistungen, und Sensoren können etwaige Probleme in Echtzeit erfassen und das Personal alarmieren, bevor eine komplette Charge fehlerhafter Produkte erzeugt wird.

Auch die Verbesserung der Sichtbarkeit während Kontrollen kann zur Optimierung der Qualitätssicherung beitragen. So kann etwa der Einsatz von maschinellem Lernen die Fehlererkennung verbessern, da das System ohne menschliche Unterstützung lernt, wie gute und wie fehlerhafte Produkte aussehen. Je mehr Produkte es sieht, desto besser wird es beim Aufspüren von Fehlern. 

Eine neue Kategorie

Üblicherweise sind Qualitätskontrollsysteme umfangreich und teuer und können nicht ohne Unterstützung durch einen Bildverarbeitungssystem-Integrator installiert werden. Dieser Prozess kann lange dauern und kostenintensiv sein, und letztendlich kann damit lediglich die Produktqualität am Ende einer Montagelinie überwacht werden, was das Risiko defekter Produkte erhöht. 

Das israelische Start-up-Unternehmen Inspekto präsentierte 2018 das S70, das weltweit erste autonome System für maschinelles Sehen, das die gesamte Qualitätssicherung (QA) in der Fertigungsbranche auf den Kopf stellt. Dieses kosteneffiziente, KI-unterstützte System kann an mehreren Punkten einer Montagelinie positioniert werden und enthält Kameras, Linsen und Leuchtkörpern, die die Präzision während der Überprüfung verbessern. Die Investition in eine Technologie wie das S70 bringt die Qualitätskontrolle zurück in die Hände der Hersteller und erlaubt es ihnen, qualitativ hochwertigere Produkte zu liefern.

Die NASA lernte durch ihre kostspielige Erfahrung mit menschlicher Fehlleistung ihre Lektion und schloss schlussendlich mehrere Mars-Missionen erfolgreich ab. Immer mehr Hersteller investieren in Technologien zur Umsetzung von Industrie 4.0, und dabei müssen sie in sämtlichen Produktionsphasen die Bedeutung von Qualitätskontrolle berücksichtigen, um die Produktivität zu steigern und kostspielige Fehler zu vermeiden.

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