Exklusives Interview! - Greg Bruns

Exklusives Interview! - Greg Bruns

In einem exklusiven Interview für AUTOMATED spricht Jonathan Wilkins mit Greg Bruns, Aufsichtsratsmitglied im nationalen Ausschuss der Association for Manufacturing Excellence (AME). Der aus Ehrenamtlichen bestehende Verband unterstützt Hersteller überall in Nordamerika bei der Optimierung ihrer Verarbeitungs- und Instandhaltungsprozesse.

AUTOMATED: Verraten Sie uns bitte etwas mehr über die AME und ihre Ziele?

Bruns: Die AME ist eine gemeinnützige Organisation aus ehrenamtlichen Helfern für Unternehmen der verarbeitenden Industrie in ganz Nordamerika. Der Verband nahm seine Tätigkeit im Jahr 1985 auf, als eine kleine Gruppe von Herstellern eine Gelegenheit wahrnahm, die auf der Hand lag, nämlich durch das Lernen voneinander Herstellungsprozesse und Ausrüstung zu verbessern.

Mittlerweile besteht der Verband aus mehr als 4.000 Mitgliedern, zu denen Direktoren, Manager und Fachleute zählen. Das Hauptziel der AME ist es, Unternehmenskompetenz anzuregen und allen Herstellern dabei behilflich zu sein, sich untereinander auszutauschen, voneinander zu lernen und zu wachsen. Dabei leiten uns die folgenden fünf Werte: ehrenamtliche Tätigkeit, Konzentration auf den Praktiker, Integrität und Vertrauen, eine einnehmende und einladende Atmosphäre sowie Engagement für hervorragende Leistung.

AUTOMATED: Wie arbeiten Sie mit Unternehmen zusammen, um diese Ziele zu erreichen?

Bruns: Wir arbeiten auf vielfältige Weise mit Unternehmen zusammen. Wir veranstalten einmal im Jahr eine internationale Konferenz, an der 1.500 bis 2.000 geschäftsführende Direktoren teilnehmen, die ihr Fachwissen zur Verfügung stellen und über die Zukunft der verarbeitenden Industrie diskutieren.

Verschiedene Gremien und Vorsitzende sind für die neun AME-Regionen zuständig und veranstalten regelmäßig Touren, Events und Konferenzen für Hersteller auf ihrem jeweiligen Gebiet. Außerdem haben wir ein neues Programm für Arbeitsgemeinschaften, das Hersteller in kleineren Gebieten vernetzt, damit diese untereinander unkompliziert Ideen austauschen und sich gegenseitig unterstützen können.

Neben Veranstaltungen finden Hersteller auf unserer Website auch Informationen, die ihnen bei der Prozessoptimierung behilflich sind. Ehrenamtliche Helfer halten monatlich stattfindende Webinare zu Themen ab, die praktische Verbesserungen ermöglichen und Fragen beantworten. Darüber hinaus geben wir Target heraus, ein vierteljährlich erscheinendes Magazin mit Fallstudien und Leitfäden für Hersteller, die in der Branche wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Die Mitglieder profitieren von dem, was sie selbst beitragen. Je stärker sie sich einbringen, desto mehr können sie sich verbessern.

AUTOMATED: Halten Sie für möglich, dass es irgendwann überhaupt keine Ausfallzeiten mehr geben wird?

Bruns: Meiner Meinung nach ist das möglich. Wir bei der AME beobachten, dass mehr Unternehmen Verfahren anwenden, um Total Productive Maintenance (TPM) zu erreichen. Um anderen Unternehmen die Vorteile von TPM näherzubringen, bieten wir bei unserer nächsten Konferenz weitere Workshops zu diesem Thema an.

Wir stellen auch fest, dass sich die Technik in einem rasanten Tempo entwickelt und automatisierte Anlagen effizienter und erschwinglicher werden. Daraus ergeben sich für Hersteller mehr Wachstumschancen. Anlagen und Verfahren werden jedoch ebenfalls in einem rasanten Tempo obsolet, und Hersteller sind gezwungen, fortwährend in Verbesserungen zu investieren, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen, und um außerplanmäßige Ausfallzeiten ganz zu vermeiden.

AUTOMATED: Welche Trends konnten Sie in der Fertigungsindustrie in den vergangenen fünf Jahren ausmachen, die die Arbeit in den Fabrikhallen verändert haben?

Bruns: Die größte Veränderung in der Branche besteht darin, dass Technologien zur Instandhaltungsoptimierung zu weit günstigeren Preisen erhältlich und inzwischen für Unternehmer erschwinglicher sind. Da die Digitalisierung in der verarbeitenden Industrie keine Ausnahme mehr, sondern zur Norm geworden ist, sind diese Anlagen außerdem besser vernetzt.

Diese Veränderungen unterstützen einerseits TPM-Methoden und andererseits Hersteller bei der Umsetzung von schlanken Produktionsprinzipien in ihren Einrichtungen. Hersteller werden sich auch zunehmend über den technologischen Aspekt hinaus der Vorteile einer vorausschauenden Instandhaltung bewusst und helfen Mitarbeitern am gesamten Standort, hierzu einen Beitrag zu leisten. Wir konnten eine Zunahme interner Schulungen in Unternehmen feststellen, die unverzichtbar sind, um technischen Fortschritten einen Schritt voraus zu sein.

AUTOMATED: Wie können die Hersteller Ihrer Meinung nach Instandhaltungsmaßnahmen verbessern?

Bruns: Zuallererst müssen Techniker über Veränderungen in Technik und Praxis auf dem Laufenden sein. Die Industrie entwickelt sich in einem so rasanten Tempo, dass sie Gefahr laufen, ins Hintertreffen zu geraten. Hersteller müssen für die Schulung ihrer Techniker ausreichende Zeit einplanen, damit schlanke Abläufe verbessert werden können. Zweitens müssen Hersteller schlanke Produktionsverfahren übernehmen, so beispielsweise die 5S-Arbeitsgestaltung oder Kanban-Systeme in der ganzen Fabrik, um die vorausschauende Instandhaltung zu verbessern.

Und drittens sollten Hersteller sich gegenseitig unterstützen, indem sie sich untereinander über Best Practices austauschen. Der einzige Weg zu Verbesserungen in dieser Branche besteht darin, sich selbst aktiv einzubringen. Über soziale Medien können Hersteller anderen überall in der Welt Ratschläge erteilen und mitbestimmen, wie sich die globale Industrie verändert.

AUTOMATED: Welche Innovationen werden aus Ihrer Sicht am wichtigsten für den Fertigungssektor werden, um außerplanmäßige Ausfallzeiten zu reduzieren?

Bruns: Meiner Meinung nach sind das zwei. Künstliche Intelligenz (KI) verändert unsere Arbeitsweise. KI kann die Daten, die durch automatisierte Anlagen gesammelt werden, untersuchen und erkennen, was Personen nicht sehen. Sie kann uns auf potenzielle Probleme aufmerksam machen und Technikern helfen zu erkennen, was sie im Voraus machen müssen.

Auch die virtuelle Realität (VR) wird Instandhaltungsverfahren verändern. Durch das einfache Tragen eines VR-Headsets und das Ansehen eines Szenarios können sich Techniker gegenseitig unterstützen und aus der ganzen Welt Feedback erhalten.

AUTOMATED: Zum Schluss noch eine Frage: Wer ist Ihr Technik-Held?

Bruns: Ich habe zwei Technik-Helden. Der erste ist Peter Diamandis, Gründer und CEO der X-Prize Foundation, die neue, innovative Technologieprojekte finanziell unterstützt, um das Industriewachstum zu fördern. Der zweite ist Ray Kurzweil, der als moderner Thomas Edison gilt. Er ist einer der weltweit führenden Erfinder und Futuristen und fördert die Entwicklung künstlicher Intelligenz und anderer fortschrittlicher Technologien, die Einfluss auf unsere Zukunft haben werden.

Ich folge sowohl Diamandis als auch Kurzweil aufgrund ihrer technologischen Sichtweisen. Sie konzentrieren sich beide auf das Wachstumspotenzial sowie die Zukunft unseres Leistungsvermögens und die Zusammenarbeit mit Technik. Sie haben mich inspiriert und mein Vertrauen darin geweckt, dass alles möglich ist — wir müssen lediglich Ideen haben, uns mit anderen vernetzen und dann diese Ideen untereinander austauschen.

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