Exklusives Interview! - Claire Whysall

Exklusives Interview! - Claire Whysall

In diesem exklusiven Artikel für AUTOMATED spricht Jonathan Wilkins mit Claire Whysall, der Kommunikationsverantwortlichen bei Composites UK. Dieses Branchenverband fördert das kontinuierliche Wachstum und die stetige Weiterentwicklung der Verbundwerkstoffindustrie, indem sie Unternehmen aus allen Abschnitten der einschlägigen Lieferkette unterstützt.

AUTOMATED: Verraten Sie uns bitte etwas mehr über Composites UK und seine Ziele.

Composites UK wurde im Jahr 1989 gegründet, hieß damals allerdings noch „Composites Processing Association“. Als wir feststellten, dass sich unsere Mitgliederbasis immer mehr verbreiterte, mussten wir uns entsprechend anpassen, und so entstand im Jahr 2007 Composites UK. Seit damals verzeichnen wir ein jährliches Wachstum von etwa 20 Prozent und zählen heute 380 Mitgliedsunternehmen aus der gesamten Verbundwerkstoff-Lieferkette in Großbritannien.

Unsere Mission besteht einerseits in der Unterstützung unserer Mitglieder und andererseits in der Förderung der Verwendung von Verbundwerkstoffen in der Fertigungsbranche. Wir wollen das Wissen über Verbundwerkstoffe ausweiten, Networking-Gelegenheiten schaffen, um das Wachstum unserer Branche zu unterstützen, und durch unser Composite Leadership Forum (CLF) entsprechende Lobbyarbeit auf Regierungsebene betreiben. Die Arbeit des CLF zielt darauf ab, die britische Regierung, Forschungszentren und andere Organisationen dazu zu bewegen, sich für den Erfolg der Verbundwerkstoffindustrie und für die verstärkte Übernahme dieser Materialien in Fertigungsanwendungen einzusetzen.

AUTOMATED: Wie arbeiten Sie mit Unternehmen zusammen, um diese Ziele zu erreichen?

Nach dem Neuzugang eines SME-Relationship-Managers und eines Beauftragten für Mitgliedschaft und Veranstaltungen im Jahr 2019 umfasst unser Team nun sechs Spezialisten. Dank dieser neuen Funktionen sind wir heute in der Lage, unseren Mitgliedern ein besseres, stärker personalisiertes Service zu bieten. Wir investieren eine Menge Zeit in persönliche Treffen, um Unternehmen so gut wie möglich kennenzulernen, zu ermitteln, was genau sie benötigen und dies dann in entsprechender Form bereitzustellen.

Pro Jahr richten wir etwa 15 Networking-Veranstaltungen aus, von technischen Seminaren bis hin zu unserem jährlichen Abendessen mit Preisverleihung. So bieten wir Unternehmen optimale Gelegenheiten, sich Unterstützung von anderen Akteuren in der Lieferkette zu holen. Darüber hinaus verschicken wir einen monatlichen Newsletter mit den aktuellsten Neuigkeiten, Informationen zu Veranstaltungen und Aktualisierungen unserer Datenbank brancheninterner Fachleute.

AUTOMATED: Was sind die wichtigsten Vorteile der Verwendung von Verbundwerkstoffen im Fertigungssektor?

Wenn sie bereits in den frühen Entwurfs- und Designphasen berücksichtigt werden, können Verbundwerkstoffe für die jeweilige Anwendung maßgeschneidert angepasst werden und so die Leistung des Endprodukts steigern. Designer können die zu Herstellung eines Werkstoffs verwendeten Verstärkungsstoffe und Matrices anpassen, um ein Material zu erschaffen, das die optimalen Eigenschaften für die gewünschte Anwendung aufweist. So nutzen zum Beispiel Unternehmen wie Network Rail faserverstärkte Verbundwerkstoffe für ihre Fußgängerbrücken, da diese Materialien feuerhemmend und wartungsfreundlich sind.

AUTOMATED: Was tut Composites UK, um britische Hersteller zu unterstützen und ihnen zu helfen, im weltweiten Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben?

Unsere Veranstaltungen bieten unseren Mitgliedern die Möglichkeit, sowohl ihre nationalen als auch ihre internationalen Netzwerke zu erweitern. Außerdem pflegen wir eine öffentlich zugängliche Online-Datenbank namens „The Hub“, wodurch wir Unternehmen sehr einfach miteinander in Kontakt bringen können.

Des Weiteren ist Composites UK ein angeschlossenes Mitglied von „Make UK“, einem Verband von Fertigungsunternehmen, und wir arbeiten eng mit dem Ministerium für Internationalen Handel zusammen. Dank dieser Partnerschaften ist sichergestellt, dass wir immer über die aktuellsten Informationen über die Import- und Exportsituation, zum Brexit oder zu anderen Handelsmissionen verfügen, die wir dann alle zwei Wochen in Form von Rundschreiben veröffentlichen.

Daneben sind wir auch Mitglied des Europäischen Verbands der Verbundwerkstoffindustrie (European Composites Industry Association, EuCIA), wodurch wir unsere Wissensbasis in Bezug auf die gesamte Branche vergrößern. Im Rahmen dieser Mitgliedschaft nehmen wir regelmäßig an Treffen mit anderen Verbänden aus ganz Europa teil, um unser Fachwissen miteinander zu teilen und unsere Beziehungen zu stärken.

AUTOMATED: Was sind Ihrer Meinung nach die größten Hürden bei der Einführung neuer Materialien in die konventionelle Fertigungsbranche? Wie tragen Ihre Aktivitäten dazu bei, diese Hindernisse zu überwinden?

Eine der Schwächen des Menschen besteht darin, dass er ein Gewohnheitstier ist: Am liebsten macht er die Dinge immer so, wie er das schon kennt. Selbst in aufstrebenden Branchen, in denen Verbundwerkstoffe die Produktleistung immens verbessern können, werden diese Materialien im Vergleich zu traditionellen Werkstoffen immer noch als Neuheit betrachtet. Doch mit der Zeit und dank der steigenden Verfügbarkeit der Lebenszyklusanalysen von Verbundwerkstoffen steigt auch das Vertrauen der Industrie in diese Materialien.

Werden sie entsprechend designt und angemessen spezifiziert, stellen Verbundwerkstoffe eine kosteneffiziente Lösung für eine ganze Reihe unterschiedlicher Herausforderungen dar, mit denen sich die Industrie konfrontiert sieht. Was momentan noch fehlt, sind Ausbildungs- und Schulungsmöglichkeiten im Bereich Verbundwerkstoffe, doch wir sind gerade dabei, das zu ändern. Kürzlich haben wir uns an der Öffentlichkeitsarbeit für die neue Berufsausbildung zum Verbundwerkstofftechniker (Composite Technician Apprenticeship) beteiligt, die nun in Hochschulen im ganzen Land angeboten wird, um der nächsten Generation die zukünftigen Möglichkeiten von Verbundwerkstoffen aufzuzeigen und sie dafür zu begeistern.

Darüber hinaus arbeiten wir mit Schulungsanbietern auf allen Bildungsstufen, um das Thema Verbundwerkstoffe in die Lehrpläne zu integrieren und das Wissen der Menschen über diese Materialien zu vertiefen. Auf unserer Website bieten wir umfassende kostenlose Informationen, um Menschen aus allen Milieus unabhängig von ihrem Bildungsstand ein grundlegendes Verständnis dieses Themas zu vermitteln und bieten Interessierten außerdem weiterführende Ressourcen.

AUTOMATED: Wie werden moderne Materialien Ihrer Meinung nach die Fertigungsindustrie in der Zukunft verändern?

Verbundwerkstoffe werden vor allem auf dem Weg zu einer emissionsarmen Wirtschaft eine zentrale Rolle spielen. Wird die Rolle von Verbundwerkstoffen in den frühen Phasen des Designprozesses berücksichtigt, kann dies dazu beitragen, die Produkteffizienz zu steigern und die Materialverschwendung zu reduzieren. Verbundwerkstoffe stellen eine Alternative zu traditionellen Materialien dar, die eine schlechtere Klimabilanz aufweisen, und werden dazu beitragen, dass wir das britische Ziel der Kohlenstoffneutralität bis 2050 erreichen.

Zum Abschluss noch eine etwas unterhaltsamere Frage: Wer ist Ihr Technik-Held?

Seit jeher bewundere ich Elon Musk für seine Arbeitsethik. Er ist immer detailverliebt, ohne dabei das große Ganze aus den Augen zu verlieren, und er ist stets einfach er selbst, ohne sich zu verstellen. Er ist fokussiert, motiviert und glaubt aus ganzem Herzen an seine Projekte – alles Eigenschaften, von denen wir hoffen, dass unsere Mitglieder sie auch in Composites UK erkennen.

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