Interview

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Julian Fisher
Unsere Apps tragen dazu bei, ein besseres Einkaufserlebnis zu einem erschwinglichen Preis für die Einzelhändler zu bieten, durch den Einsatz von Automation, um die Zukunft des stationären Einzelhandels zu sichern.
Julian Fisherjisp

Geben Sie uns bitte einen kurzen Überblick zu jisp und wie das Unternehmen gegründet wurde.

Fisher... jisp startete vor etwa vier Jahren. Wir begannen als Unternehmen, das einzigartige Software für den Online-Markt entwickelte. Die Software schuf einen Personal Shopper für Websites, um das Benutzererlebnis zu verbessern. Nachdem sich der Konsument einen Artikel online angeschaut hat, machte sich der Personal Shopper auf die Suche nach vergleichbaren oder besseren Produkten zu wettbewerbsfähigen Preisen.

So ein System wollten wir auch für den stationären Einzelhandel anbieten. Die Entwicklung einer zuverlässigen und kosteneffektiven Lösung erwies sich jedoch als schwierig. Nach einem zufälligen Treffen mit dem Leiter der wissenschaftlichen Abteilung für E-Commerce des Forschungsunternehmens Ipsos MORI sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass wir die Welten des stationären Einzelhandels und des E-Commerce miteinander verbinden müssen. Dies war die Geburtsstunde von jisp.

Welche sind die wichtigsten Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens?

Fisher... Unsere beiden Hauptprodukte sind jispGO und Digital Passport, die beide dazu bestimmt sind, das Online-Shopping auf den stationären Einzelhandel auszuweiten. Diese Lösungen unterstützen Unternehmen, die im Einzelhandel und/oder Gastgewerbe tätig sind, wie zum Beispiel an Flughäfen, in Restaurants und im Einzelhandel, um die Konsumenten sowohl in den Läden als auch online anzusprechen.

jispGO ist eine App, die das Shopping-Erlebnis im Einzelhandel verbessern soll, unabhängig von der Unternehmensgröße.  Wir verwenden speziell codierte NFC-Sticker (Near Field Communication), die überall im Shop angebracht werden können, auf Postern, auf Preisetiketten an Kleidungsstücken, an Regalen, an Regalstirnseiten und sonstigen Produktauslagen. Das ist die gleiche Technologie, die das kontaktlose Zahlen in aller Welt so beliebt gemacht hat. Die Sticker sind ultradünn, klein und so codiert, um den Konsumenten all die Informationen zu geben, die sie über das Produkt wissen müssen. Die Technologie ist außerdem unglaublich schnell und funktioniert bis zu viermal schneller als das Einlesen von Barcodes oder QR-Codes.

Unser Digital Passport ist eine automatisierte Lösung für das Tracking von freistehenden Displayeinheiten (FSDUs). Nach unseren Forschungsergebnissen gehen mehr als 70 Prozent dieser Einheiten verloren, werden beschädigt oder falsch im Verkaufsraum platziert. Das kostet die Unternehmen tausende von versäumten Marketing- und Verkaufsgelegenheiten.

Durch die Verwendung von NFC-Stickern können die Marken die Customer Journey überwachen, von der Produktion bis zur Lieferung, von der Logistik bis zur Platzierung im Verkaufsraum, und damit sicherstellen, dass die maximale Wirkung erreicht wird.  Sobald der Artikel im Verkaufsraum ausgestellt ist, haben die Brand Manager Zugang zu präzisen Kundenanalysen, anhand deren sie den Erfolg der jeweiligen Kampagne messen können. Die Informationen, die der Konsument durch das Scannen der Etiketten erhält, bleiben auf dem Gerät, damit der Kunde später darauf zugreifen kann, und können vom Unternehmen verwendet werden, um ein dauerhaftes Engagement zu erzeugen.

Was ist die bisher größte Herausforderung, die das Unternehmen überwunden hat?

Fisher... Wir alle wissen, dass der stationäre Einzelhandel in Großbritannien in den letzten Jahren gelitten hat und dass immer mehr Läden schließen. Der schnell wachsende Online-Einzelhandel ist einer der Gründe, warum immer mehr Läden in den Städten schließen müssen. Wir haben es zu unserer Aufgabe gemacht, die Branche darüber zu informieren, dass ein vollständiger Wechsel zum E-Commerce nicht der einzige Weg ist, um für die Konsumenten attraktiver zu werden.

Die meisten Konsumenten im Alter von 18 bis 40 Jahren sind mit der Benutzung von Mobilgeräten gut vertraut und haben den Anspruch, dass alle für sie relevanten Informationen sofort digital verfügbar sind. Dies könnte den Schluss nahelegen, dass die Konsumenten das Online-Shopping bevorzugen. Doch unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass diese Konsumenten nach wie vor regelmäßig im stationären Einzelhandel einkaufen. Für die Kunden ist die direkte Interaktion mit Mitarbeitern im stationären Einzelhandel wichtig. Sie wollen aber auch all die Informationen und Gelegenheiten, die sonst verfügbar sind.

Unsere größte Herausforderung bestand also darin, die stationären Einzelhändler davon zu überzeugen, ihre Verfahren zu ändern, um den Markt besser zu erreichen. Einige Einzelhändler konnten nicht nachvollziehen, dass wir nur einen Schritt vor dem Online-only-Einkaufen stehen und dass die Technologie uns dabei helfen kann, das Erlebnis in den Einzelhandelsläden zu verbessern. Unsere Technologie kann mit den bestehenden Prozessen in den Läden integriert werden, sodass die Einzelhändler die NFC-Sticker einfach anbringen und so den Konsumenten das geben können, was sie verlangen.

Wir müssen jedoch noch weitere Herausforderungen überwinden. Als Nächstes muss es uns gelingen, die Einzelhändler davon zu überzeugen, dass sie die Kassentheken komplett abschaffen. Denn wir sind der Überzeugung, dass das Personal im Verkaufsraum tätig sein muss, um die Konsumenten zu beraten und sie dabei zu unterstützen, informierte Kaufentscheidungen zu treffen, damit der stationäre Einzelhandel wieder aufblüht. Mit der Technologie wie jisp können sich die Store Manager wieder mehr auf die Kunden konzentrieren, die für das Geschäft am allerwichtigsten sind. Die App kann dazu benutzt werden, die zutreffenden Informationen zu geben, die richtigen Produkte zu bestellen und als virtuelle Kasse zu funktionieren.

Was ist die größte Innovation Ihres Unternehmens?

Fisher... Die Konsumenten treffen tausende kleine Entscheidungen im Einzelhandel, wie zum Beispiel welche Größe sie brauchen, welche Kissenfarbe am besten zu ihrem Sofa passt oder welches Gericht Allergene enthält, die sie nicht vertragen. Unsere Technologie unterstützt die Konsumenten mit den nötigen Informationen und macht diese Entscheidungsfindung sehr viel leichter.

So arbeiten wir beispielsweise mit Fast-Food-Ketten, Lebensmittelläden und Restaurants zusammen, um die Allergieprävention zu verbessern. Mit jispGO können die Konsumenten ihre Allergien in die App eingeben, bevor sie ein Lebensmittel scannen oder das Menü in einem Restaurant lesen. Das System wird sie dann warnen, wenn sie ein Produkt auswählen, das eines dieser Allergene beinhaltet. Wir sind gerade an der Entwicklung einer Zusatzfunktion der App, mit der man das gesamte Menü einscannen und alle Gerichte entfernen kann, die bestimmte Allergene enthalten. Damit haben die Konsumenten noch mehr Sicherheit, wenn sie ihre Entscheidung treffen.

Wie passt jisp zum zunehmenden Einsatz von Automation im Einzelhandel?

Fisher... Das „Just Walk Out“-Konzept von Amazon Go zeigte der Branche, welches zukünftige Potenzial im Einzelhandel steckt. Dies ist zwar ein tolles Konzept, es erfordert jedoch die Integration von hochentwickelten und teuren Automationseinrichtungen, die sich kleine Einzelhändler nicht werden leisten können. Unsere Apps tragen dazu bei, ein besseres Einkaufserlebnis zu einem erschwinglichen Preis für die Einzelhändler zu bieten, durch den Einsatz von Automation, um die Zukunft des stationären Einzelhandels zu sichern.

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