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Juni 07, 2022

6 Min. lesen

Eine bessere Zukunft für die intelligente Fertigung.
Eine bessere Zukunft für die intelligente Fertigung.

Zusammenarbeit von Mensch und Maschine – drei Erkenntnisse, die wir auf der Automate 2022 gewinnen können

Vom 6. bis zum 9. Juni 2022 kamen Tausende Stakeholder auf der Automate, der Messe für industrielle Automatisierung in Detroit im US-Bundesstaat Michigan zusammen. Als größte ihrer Art in Nordamerika gilt die Automate als eine der einflussreichsten Messen für die industrielle Automatisierung und bietet einen Überblick über modernste Technologien für die intelligente Fertigung.

Die von der Association for Advancing Automation (A3) organisierte Automate bringt mehr als 500 Aussteller sowie Tausende von Teilnehmern und Stakeholdern aus der intelligenten Fertigung zusammen. Einer der diesjährigen Schwerpunkte war die Bewältigung des Arbeitskräftemangels mithilfe von Strategien, die neueste Automatisierungstechnologien anwenden, um einen neuen Talentpool zu entwickeln und gleichzeitig vorhandene Talente zu binden. Das Thema ist vor allem aufgrund der großen Kündigungswelle, auch Great Resignation genannt, beliebt, bei der seit dem zweiten Halbjahr 2020 eine Rekordzahl von Beschäftigten ihre Arbeit freiwillig aufgibt. 

Unter den zahlreichen Ressourcen – von einem Tag der Mitarbeiterentwicklung bis hin zu Keynotes zu der Frage, wie Arbeitnehmer Fähigkeiten entwickeln können, um mit den sich entwickelnden Technologien der Industrie 4.0 von morgen arbeiten zu können – traten vor allem drei Themen hervor. 1. Flexible und leicht programmierbare Lösungen können die Mitarbeiter einbeziehen und weiterbilden. 2. Die Automatisierung kann zu einem schnelleren ROI führen und die Mitarbeiterfluktuation verringern. 3. Eine echte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter kann einfacher sein als je zuvor.

Die Zukunft ist flexibel 

Im Mittelpunkt der Automate standen leicht integrierbare und flexible Roboterlösungen. Im Rahmen eines Konferenzprogramms zum Thema kollaborative Roboter kündigten einige der größten Akteure der Branche neue Produktveröffentlichungen an. Boston Dynamics, der Hersteller von Spot, einem der beliebtesten Roboter der Welt, kündigte beispielsweise einige interessante Neuzugänge im Portfolio des Unternehmens an. Dazu gehörten dynamische und kompakte Lösungen, die Zugang zu Bereichen ermöglichen, die für die meisten Roboter unerreichbar sind, während sie gleichzeitig große Lasten handhaben können. Ein Beispiel hierfür ist Stretch, ein multifunktioneller Lagerhausroboter, der das erste Projekt des Unternehmens im Bereich Lagerautomatisierung darstellt.

Viele Unternehmen sind jedoch besorgt wegen der Komplexität der Inbetriebnahme und Einbindung eines kollaborativen Roboters, auch Cobot genannt. Als Antwort auf diese Bedenken wurden auf der Automate verschiedene Einsatzmethoden für jeden Bedarf vorgestellt, darunter die klassische Integration und anpassbare Roboter. Es gibt auch Do-it-yourself-Plug-and-Play-Lösungen, die keinerlei Kodierung benötigen. Robotiq etwa bot eine Sitzung an, in der verschiedene Integrationsverfahren verglichen wurden. Manche von ihnen enthalten leicht verständliche Anleitungen, die zeigen, wie man den Arbeitsablauf eines Cobots einrichtet, indem man einfach seinen Arm in die gewünschte Richtung bewegt. 

Ein schneller ROI ist Realität

Das Konferenzprogramm unterstrich die Notwendigkeit für Roboterlösungen, die einen sofortigen Mehrwert bieten und eine schnellere Kapitalrendite (ROI) versprechen. Silas Robertson von Olympus Controls wies darauf hin, dass Anwendungsbereiche wie Schweißen, Maschinenbedienung, Palettierung, Inspektion und Materialtransport einige der kostengünstigsten Möglichkeiten darstellen. Diese Aufgaben, die üblicherweise von menschlichen Mitarbeitern erledigt werden, können nun an Cobots delegiert werden. So lassen sich wiederkehrende Prozesse beschleunigen, während sich die Menschen auf Bereiche konzentrieren können, die logisches Denken oder Fingerfertigkeit erfordern.

Angesichts des weltweiten Fachkräftemangels unterstrichen die Konferenzen die Notwendigkeit für die Nutzung der Automatisierung zur Mitarbeiterbindung. Lou Finazzo von FANUC betonte, dass Hersteller bei der Betrachtung des ROI von Robotik und Automatisierung nicht nur die Kostenreduzierung, sondern auch andere wichtige Variablen berücksichtigen sollten. Dazu gehören die Befähigung von Fachkräften, die Verbesserung des Engagements und der Arbeitsmoral der Mitarbeiter sowie die Förderung eines kulturellen Wandels hin zu einer Offenheit für Zukunftstechnologien.

Ein erfolgreiches Team

Zu guter Letzt betonte die Automate die Notwendigkeit von Anwendungen, die wirklich kollaborativ sind und es Menschen und Robotern ermöglichen, das jeweils Beste aus dem anderen herauszuholen.

So erklärte Stu Shepherd, Direktor für vertikale Entwicklung bei Universal Robots, beispielsweise, dass sich komplexe Aufgaben wie etwa Schweißen am besten ausführen lassen, wenn Cobots und menschliche Fachkräfte als Team zusammenarbeiten. Genauer gesagt können Cobots wiederkehrende oder gefährliche Schritte übernehmen, während sich Menschen auf Arbeiten konzentrieren, die Fingerfertigkeit erfordern. Er argumentierte auch, dass Cobots nicht nur die Produktivität von qualifizierten Schweißern steigern, sondern auch dazu beitragen können, Talente in diesem Bereich zu gewinnen und zu binden.

Mehrere Diskussionsteilnehmer unterstrichen zudem, dass es heutzutage völlig sicher ist, wenn Cobots mit Menschen zusammenarbeiten. Sie schlugen vor, die traditionellen Einschränkungen durch Schutzvorrichtungen aufzuheben, um einen wirklich kollaborativen Arbeitsbereich zu schaffen. Dank zunehmender Vereinfachung von Programmierverfahren, wie etwa der Handsteuerung, sind Mitarbeiter zudem in der Lage, mit Technologien zu arbeiten, die sie kontrollieren und verstehen können 

Trotz des Arbeitskräftemangels und der wirtschaftlichen Stagnation, die die Branche derzeit belasten, machen uns die auf der Automate 2022 vorgestellten Lösungen Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die intelligente Fertigung.

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