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November 02, 2020

4 Min. lesen

Wie Sie mit künstlicher Intelligenz Ihre Cybersicherheit verbessern können
Wie Sie mit künstlicher Intelligenz Ihre Cybersicherheit verbessern können

So verändert Künstliche Intelligenz die Cybersicherheit

Der Kontakt zu einer Person, die an einer Erkältung leidet, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man sich diese Erkrankung ebenfalls zuzieht. Ähnlich verhält es sich mit Unternehmen, die ihr System mit immer mehr Konnektivität ausstatten: Sie steigern die Möglichkeiten für Cyberkriminelle, Viren in das System einzuschmuggeln.

Cyberkriminelle lassen sich selbst durch die wirkungsvollsten Präventivmaßnahmen nicht abschrecken. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass wir Cyberbedrohungen eines Tages vollständig beseitigen, denn Hacker sind intelligent und hartnäckig und immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um die Abwehrmechanismen von Unternehmen zu überwinden.

Wir erinnern uns alle nur zu gut an die WannaCry-Ransomware-Attacke auf das britische Gesundheitssystem NHS im Jahr 2017, das zur Absage von über 20.000 geplanten Terminen und von Tausenden Operationen führte. Seit diesem Angriff, der ein Infrastruktursystem von so zentraler Bedeutung lahmlegte, sind Unternehmen in Großbritannien ständig im Alarmzustand, da sie befürchten, als Nächstes an der Reihe zu sein. Und zu allem Überfluss steigt das Bedrohungspotenzial durch Hacker aufgrund der Weiterentwicklung ihrer Fertigkeiten und des Fortschritts bei den von ihnen verwendeten Technologien ständig weiter an.

Derzeit werden bei Anti-Malware-Software Signaturen verwendet, um bösartigen Code aufzuspüren, doch das funktioniert nur bei Malware, die der Software bereits bekannt ist. Da die von Hackern eingesetzten Techniken sich stetig weiterentwickeln, benötigen wir eine Methode, die auch bisher unbekannte Malware aufspüren kann – und hier könnte KI die Lösung sein.

Wie kann KI die Cybersicherheit unterstützen?

Nur Abwehrsysteme, die die neuesten KI-Technologien nutzen, sind in der Lage, mit der sich ständigen weiterentwickelnden Bedrohung durch Cyberkriminelle Schritt zu halten. KI-Lösungen basieren auf drei grundlegenden Prinzipien: Lernen, Schlussfolgern und Augmentation.

KI lernt zunächst durch die Aufnahme von Milliarden von Datenstücken aus strukturierten und unstrukturierten Quellen. Durch Techniken des Maschinellen Lernens und Deep Learning verbessert die KI ihr Wissen über und Verständnis von Cybersicherheit und Cyberrisiken.

Dann sammelt sie Einblicke und nutzt logische Schlussfolgerungen, um alle eventuellen Beziehungen zwischen Bedrohungen zu identifizieren, wie zum Beispiel bösartige Dateien, verdächtige IP-Adressen oder Insider-Bedrohungen. Diese Analyse kann innerhalb weniger Minuten oder gar Sekunden erfolgen, was das Cybersicherheitspersonal in die Lage versetzt, weitaus rascher auf Bedrohungen zu reagieren.

Schlussendlich eliminiert KI zeitaufwändige Rechercheaufgaben und bietet tiefgreifend strukturierte Risikoanalysen. Dies reduziert die Zeit, die Cybersicherheitsanalysten benötigen, um kritische Entscheidungen zu treffen und angemessene Gegenmaßnahmen zu starten.

Wer ist am meisten gefährdet?

Hersteller sind anfälliger für Cyberangriffe, da gegen sie auch ältere Angriffsmethoden wie Heartbleed und Shellshock immer noch eingesetzt werden können, was bedeutet, das die Anzahl der möglichen Bedrohungen gestiegen ist.

Schwerwiegende Schwachstellen in der Kryptobibliothek der Software „OpenSSL“ ermöglichen es Cyberkriminellen, Nachrichten abzuhören und Daten direkt von Benutzern zu stehlen. Da Industriecomputer nicht regelmäßig aktualisiert bzw. ausgetauscht werden, so wie dies bei Verbrauchertechnologie der Fall ist, läuft auf manchen von ihnen noch die originale OpenSSL-Software. In der mittlerweile veröffentlichten Version der Software wurde diese Schwachstelle behoben, und Hersteller können diese Art von Angriffen nun vermeiden, indem sie einfach ihr System aktualisieren.

Der in Oslo, Norwegen, ansässige Aluminiumhersteller Norsk Hydro wurde im März 2019 im Rahmen einer weltweiten Cyberattacke angegriffen, was das Unternehmen 52 Millionen Dollar gekostet hat. Der Angriff war so schwerwiegend, dass die Mitarbeiter in manchen Anlagen des Unternehmens wieder auf Papier und Stift zurückgreifen mussten. Etwa 35.000 Arbeiter in 170 Fabriken rund um den Globus wurden völlig aus der Bahn geworfen, als die Cyberattacke die Produktion zum Stillstand bracht.

Machen wir uns nichts vor, es gibt im Bereich der Cybersicherheit keine allmächtige Wunderwaffe. KI wird Cyberangriffe nicht vollständig verhindern können, doch sie kann die Hacker vor wesentlich schwieriger zu überwindende Hindernisse stellen und so die vernetzte Welt der Industrie 4.0 sicherer machen.

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