technologie

September 16, 2020

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Hybride Cloud-Speicherung in der Industrie 4.0
Hybride Cloud-Speicherung in der Industrie 4.0

Risiken und Chancen der hybriden Cloud-Speicherung

Die moderne Fertigung ist sehr datenlastig geworden. Somit ist auch die Entscheidung, wo diese Daten gespeichert werden, äußerst wichtig.

Im Juni 2020 musste IBM einen weltweiten Cloud-Ausfall hinnehmen, doch es war nicht der erste. Bei Google, Facebook, Microsoft und Salesforce gab es 2019 ebenfalls Betriebsstörungen, die auf Ausfälle bei deren Anbieter für Cloud-Speicherung zurückzuführen waren. Da Herstellungsbetriebe vermehrt Cloud-Speicherung nutzen, ist die Unfähigkeit, auf Daten zuzugreifen, zu einer wachsenden Bedrohung geworden, die eine komplette Produktionsstätte lahmlegen kann. 

Schwierige Entscheidungen

Cloud-Computing hat Datenspeicherung auf großen Servern zentralisiert, und Edge-Computing hat sie näher an den Nutzungsort herangeführt. Die verschiedenen Speicherungsoptionen werfen die Frage auf, wie sich eine zentralisierte und dezentralisierte Datenspeicherung vereinen lässt. Die Antwort ist ein Abwägen einer Reihe von schwierigen Entscheidungen. 

Die erste davon bezieht sich auf die Kosten. Lokale Server sind teuer, was die Anschaffung, die Installation und die Instandhaltung betrifft. Außerdem müssen Probleme vor Ort behoben werden. Cloud-Dienste bieten günstigere Wege der Datenspeicherung, sind skalierbar, lassen sich aus der Ferne instand halten und werden auf Nutzungsbasis abgerechnet.

Die zweite Entscheidung bezieht sich auf den Zugriff. Mit einem lokalen Server können Nutzer Daten schneller abrufen, darunter auch Backups und ältere Dateiversionen. Das Hoch- und Herunterladen von Dateien aus dem Cloud-Speicher hängt ganz von der Internetverbindung ab, bei der es wiederum zu Netzwerkstörungen kommen kann.  

Die dritte Enscheidung bezieht sich auf Sicherheit. Bei einem lokalen Server haben Unternehmen zwar die physische Kontrolle über ihre Daten. Dies erfordert jedoch auch Investitionen in Ausrüstung und IT-Fachkräfte, die sich um die Sicherheit der Server kümmern. 

Chancen

Bei den Entscheidungen geht es aber nicht nur um die Risikominimierung. Es bietet sich auch die Chance, die Datenarchitektur zu verbessern, sicherer zu gestalten und einen zuverlässigen Datenzugriff zu ermöglichen. In Branchen, bei denen eine Rückverfolgbarkeit unerlässlich ist, wie z. B. in der Lebensmittelindustrie, könnten diese Lösungen Ausfallzeiten verhindern und dazu führen, dass umfangreiche Produktchargen weggeworfen werden müssen, die eigentlich keine Mängel aufweisen. 

Die ideale Datenspeicherungsarchitektur vereint die Vorteile beider Technologien und minimiert deren Nachteile. Eine solche Hybridlösung verarbeitet die Daten anfangs auf einem Edge-Server, der sich in der Nähe des Standortes befindet, an dem die Daten erzeugt werden, und analysiert sie daraufhin in gebündelter Form in der Cloud. 

Ein Hybridmodell kombiniert die Sichtbarkeit, die sich aus der Zusammenführung von Daten in der Cloud ergibt, mit der schnellen Verfügbarkeit von Daten, die sofort benötigt werden und in der Nähe des Standortes gespeichert werden, an dem sie gebraucht werden. Eine solche Datenarchitektur reduziert die Kosten von Datenübertragungen sowie das Risiko von Netzwerkproblemen. Des Weiteren schützt die isolierte Speicherung täglicher Betriebsdaten auf einem Edge-Server vor Störungen aufgrund von Cloud-Ausfällen 

Um mit der Integration von Edge- und Cloud-Computing zu beginnen, spricht man am besten mit einem Fachmann für Datenverwaltungslösungen sowie mit einem Zulieferer von Industriebauteilen. Sie müssen ihre Lösungen aneinander anpassen, damit gewährleistet bleibt, dass Sensordaten in die Verarbeitung von daraus resultierenden Signalen und die Datenspeicherung integriert sind. 

Industrie 4.0 hat das Erfordernis einer effektiven Datenspeicherung erhöht und Fertigungsbetriebe gleichzeitig dem Risiko von Cloud-Ausfällen ausgesetzt. Für eine gute Datenarchitektur müssen Unternehmen Wege finden, um zu verhindern, dass Störungen beim Datenzugriff zu Ausfallzeiten führen.

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