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Juli 28, 2020

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Prädiktive Instandhaltung kritischer Infrastruktur

Prädiktive Instandhaltung kritischer Infrastruktur

Mit prädiktiven Instandhaltungsstrategien lassen sich außerplanmäßige Ausfallzeiten und Betriebsstörungen vermeiden, was Zeit und Geld spart. Daran lässt sich leicht erkennen, weshalb der weltweite Markt für prädiktive Instandhaltung Schätzungen zufolge bis 2022 einen Wert von 11 Milliarden Dollar erreicht haben wird.

Das britische, gut 16.000 km lange Bahnstreckennetz ist eines der meistbefahrenen und dichtesten Europas. Probleme mit den Bahnstrecken können den Komfort der Passagiere in Mitleidenschaft ziehen, zu Verspätungen führen oder in extremen Fällen sogar ganze Strecken lahmlegen und das Leben tausender Menschen beeinträchtigen. Es versteht sich von selbst, dass es sich beim britischen Eisenbahnnetz um eine kritische Infrastruktur handelt, deren Störungen und Ausfallzeiten auf ein Minimum beschränkt werden müssen.

Ein großes, komplexes System wie das Bahnstreckennetz instand zu halten, scheint eine gewaltige Aufgabe zu sein, doch es ist unerlässlich, dass die Züge mit nur geringfügigen Störungen fahren können. 

Prädiktive Instandhaltung

Mithilfe prädiktiver Instandhaltungsstrategien wird der Zustand von Sachanlagen aller Art beurteilt und prognostiziert, wann Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen sind. Bei einer korrekten Herangehensweise lassen sich damit außerplanmäßige, kostspielige Ausfallzeiten minimieren. Die dauerhafte Datenerfassung über eine Reihe von Sensoren ist eine einfache, jedoch effektive Grundlage für die Zustandsüberwachung und darauf folgende prädiktive Instandhaltungsmaßnahmen.

Eine effektive Strategie zur prädiktiven Instandhaltung hängt davon ab, ob man dazu in der Lage ist, neue, gebrauchte oder obsolete Ersatzteile schnell und zuverlässig zu beschaffen. Ob eine prädiktive Instandhaltung gelingt oder scheitert, kann von einer guten Geschäftsbeziehung mit einem Zulieferer für Industriebauteile abhängen.

Auf die Gleise

Der Zustand von Eisenbahnschienen kann von vielerlei Faktoren abhängen, wie z. B. verunreinigtem Gleisschotter, Abflussproblemen oder Lücken zwischen der Bahnschwelle und der Schotterschicht. Wird all dies nicht regelmäßig überwacht und richtig instand gehalten, kann dies zu Hohlräumen unter den Gleisen führen, was wiederum erhebliche Verspätungen oder in schweren Fällen sogar eine Sperrung der gesamten Strecke nach sich ziehen kann.

Mit dem Gleisüberwachungssystem „Tracksure“ von Siemens lassen sich solche Hohlräumen unter den Gleisen über Sensoren in der Fahrzeugkabine aufspüren, die das Beschleunigungsverhalten messen. Die Sensoren können außerdem die Art der Gleise feststellen, unter denen sich der Hohlraum befindet, sowie dessen Ausmaß.

Die Installation der Tracksure-Sensoren in Triebzügen bietet somit die Möglichkeit, den Zustand des Bahnstreckennetzes automatisch zu überwachen. Und da jeder Streckenabschnitt von mehreren Zügen überwacht wird, erhöht dies die Präzision und Zuverlässigkeit der Ergebnisse und schließt Fehlalarme aus. Durch die Erfassung dieser Daten lassen sich Schienenprobleme ausfindig machen und Instandhaltungsmaßnahmen bei minimaler Betriebsstörung planen. Somit lassen sich kostspieligere und potenziell gefährliche Probleme vermeiden.

Lange vor den japanischen Hochgeschwindigkeitszügen wurde Großbritannien von der ganzen Welt um sein Eisenbahnnetz beneidet. Heute ist das historische Netz in die Jahre gekommen, und es kann vorkommen, dass OEM Bauteile, die im gesamten Netz zum Einsatz kommen, nicht mehr herstellen. Dies macht ein sorgfältiges Obsoleszenzmanagement zu einem unerlässlichen Bestandteil jeder effektiven Instandhaltungsstrategie.

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