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Juni 23, 2020

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Spracherkennung und Fertigung
Spracherkennung und Fertigung

Mensch-Maschine-Schnittstellen versus Kioske: Eingaben durch Tippen auf einer Tastatur gehören der Vergangenheit an

Noch vor einigen Jahren waren Selbstbedienungs-Kioske in vielen Bereichen eine reine Wunschvorstellung. Heute ist es geradezu alltäglich, Produkte völlig ohne menschliche Interaktion auszuwählen und zu bezahlen. Unternehmen wie McDonald’s gehen nun sogar noch weiter und investieren in sprachbasierte Technologien, um das Kundenerlebnis weiter zu beschleunigen.

In zahlreichen Geschäften, auf Flughäfen und in anderen Tourismus- und Einzelhandelseinrichtungen können die Menschen den Kontakt mit Rezeptionisten oder Verkäufern leicht vermeiden. Selbstbedienungs-Kioske ermöglichen es den Kunden, ihre Wünsche einfach in die Maschine einzugeben, per Karte zu bezahlen und wieder ihrer Wege zu gehen. Im Jahr 2018 wurde der Selbstbedienungsmarkt auf 24,06 Milliarden USD geschätzt, und bei einer vorhergesagten jährlichen Wachstumsrate von 16,43 Prozent wird bis Ende 2024 ein Anstieg auf 58,41 Milliarden USD erwartet.

Dank der Implementierung hochentwickelter Verkaufskioske und komplexer künstlicher Intelligenz in ihren Drive-in-Anlagen ist McDonald's seinen Konkurrenten  bereits eine Nasenlänge voraus. Die weltweit tätige Fastfood-Kette hat kürzlich Apprente erworben, ein Start-up-Unternehmen, das sich auf sprachbasierte und Konversationstechnologie spezialisiert hat. Ähnlich wie bei Siri und Alexa werden Bestellungen von Kunden in Zukunft von einer automatisierten Stimme entgegengenommen, was das Unternehmen dabei unterstützt, lange Warteschlangen zu vermeiden und mehr Kunden zu bedienen, ohne dass dabei mehr Personalkosten anfallen. 

Werden Kioske auch in der Fertigung verwendet?

Kioske werden derzeit ausschließlich im Einzelhandel eingesetzt, da sie dafür konzipiert sind, das Kundenerlebnis einfacher und rascher zu machen. 

In der Fertigung erscheinen Selbstbedienungsmaschinen nutzlos, denn Techniker benötigen eine ganze Reihe überaus vielfältiger Informationen und Dinge. Statt Kiosken nutzen Ingenieure Mensch-Maschine-Schnittstellen (MMS-Systeme), die mit interaktiven Touchscreens ausgestattet sind, um industriellen Bedienern und Leitern von Produktionslinien zu ermöglichen, verschiedene industrielle Prozesse in in einer Fabrikumgebung zu steuern und zu kontrollieren. Die Dashboards solcher Systeme bieten Feedback über Leistung, aktive Funktionen und andere Metriken, um Techniker bei der Überwachung der Produktivität zu unterstützen.

ATHENA: Die Zukunft von MMS-Systemen

Im Fertigungssektor werden MMS-Systeme bereits überaus effizient und wirkungsvoll eingesetzt. Trotzdem würde die Implementierung hochmoderner Sensoren, wie solcher, in die McDonald’s derzeit investiert, die Aufgabe der Bediener wesentlich vereinfachen. Statt ihre Befehle einzutippen, könnten Techniker Fragen stellen, ohne ihre Handschuhe auszuziehen, was manchmal zu einer Verlangsamung der Produktion führt, wenn der Touchscreen nicht in der Lage ist, den Benutzer zu erkennen.

Das Start-up-Unternehmen iTSpeeX investiert in Sprachtechnologie, um die Interaktion zwischen Techniker und MMS zu verändern. ATHENA ist die erste universelle, sprachgesteuerte Assistenztechnologie, die speziell für die Fertigung konzipiert wurde. 

„Mit der Entwicklung von ATHENA verfolgte iTSpeeX das Ziel, Hersteller bei der Aufrechterhaltung ihrer engen Bindung zu Maschinisten zu unterstützen“, erklärt Dan Bagley, leitender Architekt bei iTSpeeX. „ATHENA repräsentiert jene Art von Innovation, die unsere Branche benötigt, um eine neue Generation von Maschinisten zu gewinnen und die Welt der Fertigung in eine strahlende Zukunft zu führen.“

ATHENA wird es Bedienern ermöglichen, mithilfe einfacher Sprachbefehle mit Werkzeugmaschinen zu interagieren. Außerdem verfügt diese Technologie über integrierte Fähigkeiten zur Steuerung von Maschinen, zum Anfordern von Statusberichten, zur Berechnung zentraler Messgrößen und zur Unterstützung der Bediener bei zahlreichen Prozessen und Aktivitäten. Techniker können diese Informationen nutzen, um die Produktivität zu steigern, den Maschinenzustand zu überwachen und Instandhaltungsmaßnahmen zu planen, sobald die Schnittstelle Probleme entdeckt.

Dank Spracherkennungssystemen wie ATHENA könnte die Bedienung von MMS-Maschinen bald so einfach sein wie die Bestellung eines Cheeseburgers bei McDonald’s. Die Investition in sprachbasierte Technologien könnte die Interaktion zwischen Ingenieuren und MMS verbessern und die Arbeit von Technikern nicht nur beschleunigen, sondern auch einfacher und effizienter machen.

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