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April 23, 2018

6 Min. lesen

Lebensmitteltrends mit Auswirkungen auf die Lieferkette

Lebensmitteltrends mit Auswirkungen auf die Lieferkette

Eine Studie, die kürzlich von der Vegan Society durchgeführt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass einer von fünf britischen Erwachsenen seinen Fleischkonsum eingeschränkt hat. Und beim Auswärtsessen entscheiden sich rund 13 Prozent für Menüs ohne Fleisch bzw. ohne Milcherzeugnisse.

Forschungsstudien bringen vegane Ernährung in Verbindung mit niedrigerem Blutdruck und Cholesterin, weniger Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes und einigen Krebsarten. Dieser Befund, zusammen mit der zunehmenden Sensibilisierung für das Tierwohl und die Auswirkungen der Tierhaltung auf die Umwelt, haben zu einer weltweiten Zunahme der veganen Ernährung geführt. Mittlerweile ernähren sich rund 0,5 Prozent der Weltbevölkerung vegan, was etwa einer Millionen Menschen entspricht. Der Veganismus ist jedoch nicht der einzige Trend, der in den Bereichen Nahrungsmittel und Getränke an Bedeutung gewinnt. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für alternative Ernährungsweisen, wie vegetarisch, glutenfrei und Clean Eating.

Vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage nach speziellen Lebensmitteln ständig zunimmt, müssen die Hersteller von Lebensmitteln und Getränken ihre Lieferketten anpassen, um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Rückverfolgbarkeit

Rückverfolgbarkeit bedeutet die Möglichkeit, ein Lebensmittel durch alle Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen zu verfolgen. In Europa ist die Rückverfolgbarkeit in der Lebensmittelbasisverordnung geregelt und in den USA wird sie von der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) reguliert. Vor Kurzem hat auch die China Food and Drug Administration (CFDA) Richtlinien zur Rückverfolgbarkeit bei der Lebensmittelherstellung veröffentlicht, was die weltweite Bedeutung unterstreicht.

Die Verbraucher wollen wissen, woher ihre Lebensmittel stammen, wie sie hergestellt wurden und über welche Transportwege sie in die Regale gelangen. Zum Glück bieten die Fortschritte in den Bereichen Internet der Dinge (IoT), Big Data und Cloud Computing eine Lösung.

Die Rückverfolgbarkeit hilft den Herstellern von Lebensmitteln und Getränken zudem, Kontaminierungen zu managen. Genau wie bei den veganen Lebensmitteln steigt auch die Nachfrage nach glutenfreien Produkten. In einigen Fällen liegt das an Intoleranzen oder Krankheiten, wie beispielsweise die Zöliakie. Die Hersteller müssen nachweisen können, dass ihre Produkte für Verbraucher mit bestimmten Ernährungsbedürfnisse unschädlich sind. Eine der wichtigsten Methoden, um dies sicherzustellen, ist die Vermeidung der Querkontamination.

Sammeln von Daten

Durch die Anwendung spezieller Apps auf ihren Smartphones sind die Verbraucher mittlerweile in der Lage, Produktetiketten einzuscannen und den gesamten Weg der Lieferkette nachzuverfolgen. Apps, wie zum Beispiel HarvestMark, ermöglichen es den Herstellern von Lebensmitteln und Getränken vollständige Transparenz zu ihren Produkten in den Regalen herzustellen.

Gegenwärtig setzen rund 70 Prozent der lebensmittelverarbeitenden Unternehmen 1D-Codes zum Tracken und Nachverfolgen ein. Alle eingehenden Zutaten sind mit Chargen-Codes datiert. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um 1D-Barcodes, die beim Eingang in der Fabrik gescannt werden. Dieses Vorgehen macht die Rückverfolgbarkeit viel einfacher, nicht zuletzt deswegen, weil es in vielen Branchen und entlang der gesamten Lieferkette eingesetzt wird.

Verpackungen

Die Kampagne zur Reduzierung unnötiger Plastikverpackungen in Supermärkten hat in den letzten Monaten an Fahrt gewonnen. Im Vereinigten Königreich hat Premierministerin Theresa May zugesichert, vermeidbaren Plastik in den nächsten 25 Jahren komplett zu verbannen. In diesem Zusammenhang hat sie die Supermärkte dazu aufgerufen, plastikfreie Regelgänge einzurichten, in denen Obst und Gemüse ganz ohne Plastikverpackung angeboten werden. Auch China hat dem Plastikmüll den Kampf angesagt und geht sogar noch einen Schritt weiter, indem es den Import von 25 Sorten Feststoffabfällen verboten hat, unter anderem Polyethylenterephthalat (PET) und andere Arten von Plastikflaschen und -behältern.

Solche Initiativen haben dazu geführt, dass mindestens 89 Prozent der Hersteller in den Vorstandsetagen Energiemanagement-Lösungen besprechen, so eine von Siemens durchgeführte Studie. Den Unternehmen wird immer bewusster, welche negativen Auswirkungen ihre Verfahren auf die Umwelt haben können, insbesondere jene der Verpackungsindustrie.

Dementsprechend wird erwartet, dass sich die Verpackung von Lebensmitteln in den nächsten paar Jahren radikal ändern wird. Um diese neue Nachfrage zu erfüllen, müssen die Hersteller sicherstellen, dass ihre Systeme in der Lage sind, ohne größere Probleme, wie längere Stillstandzeiten oder Unterbrechungen, auf diese neuen Materialien umgestellt zu werden.


Auch die zunehmende Beliebtheit von Nahrungsmitteln mit kürzeren Haltbarkeitsdauern wird zu größeren Veränderungen der Lieferketten in den Bereichen Nahrungsmittel und Getränke führen. Die bisherigen Vertriebsmodelle sind auf den Versand von Großmengen ausgerichtet, mit einem sehr hohen Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel mit längeren Haltbarkeiten. Doch immer mehr Supermärkte setzen auf die Bestellung kleinerer Mengen mit kürzeren Haltbarkeiten. Hersteller, die nur größere Mengen herstellen können, werden in den kommenden Jahren wohl mit größeren Abfallmengen zu tun haben.

Nach den Erfolgen von Initiativen wie Veganuary ist es absehbar, dass die Nachfrage nach speziellen Lebensmitteln weiter steigen wird. Die Lieferkette für Nahrungsmittel und Getränke wird nie wieder die gleiche sein. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen die Hersteller von Nahrungsmitteln und Getränken die Erwartungen der Verbraucher erfüllen. 

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