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Mai 11, 2022

5 Min. lesen

Ist die Zeit der schlanken Produktion schon wieder vorbei?
Ist die Zeit der schlanken Produktion schon wieder vorbei?

Einschränkungen der schlanken Produktion

Die jüngsten weltweiten Entwicklungen haben zu Unterbrechungen von Lieferketten, Lieferengpässen und Engpässen, ja sogar Krisen, bei bestimmten Komponenten geführt, was den Druck auf Hersteller, mit der hohen Nachfrage Schritt zu halten, noch weiter erhöht hat. Die jüngsten Preisanstiege im Rohstoffsektor, beispielsweise für Stahl, hat viele dazu veranlasst, ihre Lagerwirtschaft zu überdenken. Kommt die schlanke Produktion mit der zunehmenden Unsicherheit in den Lieferketten von Fertigungsunternehmen nun wieder aus der Mode?

Die schlanke Produktion, auch bekannt als „lean manufacturing“ oder Just-in-Time-Fertigung (JIT), wurde 1970 von Toyota entwickelt, um Bestandskosten und potenzielle Abfälle zu reduzieren. Bei Herstellern wurde die schlanke Fertigung zu einer beliebten Methode, um sicherzustellen, dass Produkte erst zum benötigten Zeitpunkt am Produktionsort ankommen, was den Platzbedarf im Lager reduziert und die Zeit im Produktionszyklus verkürzt. 

Derzeit stehen Hersteller unter Druck, trotz Rohstoff- und Produktengpässen mit der Nachfrage Schritt zu halten. Die rechtzeitige Beschaffung benötigter Komponenten ist nicht mehr so einfach wie bisher, und aufgrund von Lieferkettenstörungen und - unterbrechungen, die sich auf die Nachschubplanung auswirken, laufen Hersteller Gefahr, die Produktion aufgrund von Bestandsengpässen verschieben zu müssen. 

Ein Konzept aus der Vergangenheit?

COVID-19 hat einige bedeutende Fallstricke in der schlanken Fertigung aufgezeigt, die Hersteller dazu veranlasst haben, diese Methode zu überdenken. Schlanke Fertigung basiert auf der prognostizierten Nachfrage, die in der Vergangenheit zwar zuverlässig vorhersagbar war, mittlerweile jedoch um Einiges weniger treffsicher geworden ist. Das liegt daran, dass Prognosen auf historischen Daten beruhen, doch wie die aktuellen, unvorhersehbaren soziopolitischen Umwälzungen zeigen, sind diese Daten für Prognosen nicht mehr vertrauenswürdig.

Der Brexit, diverse Lockdowns und der Konflikt in der Ukraine haben Angebot und Produktion in einen unsteten Zustand des Umbruchs versetzt, und Vorhersagen über den Beginn oder das Ende von Verzögerungen sind schlicht und einfach nicht mehr möglich. Zwar kann die aktuelle Situation nicht einfach über Nacht verändert werden, doch es gibt einige Strategien, um Fehlbestände zu verhindern. 

Was kommt als Nächstes?

Hersteller suchen nun nach Alternativen, um eine stabile Versorgung mit den benötigten Komponenten sicherzustellen. Traditionelle Methoden wie Just-in-Case-Bestandsverwaltung (JIC), bei der Hersteller einen Vorrat an Komponenten im Lager führen, sind mit ihren eigenen, spezifischen Herausforderungen verbunden. Stattdessen suchen Unternehmen nach einem gangbaren Mittelweg – nach einer Alternative, die Zuverlässigkeit bietet, ohne den Gewinn zu verringern. 

Eine Lösung besteht darin, zum Nearshoring überzugehen, also zur Nahverlagerung. Anstatt Fertigungsanlagen in Übersee zu betreiben, können Unternehmen sich dafür entscheiden, diese näher an ihrem Heimatstandort zu verlagern und so Verzögerungen reduzieren. Die Tatsache, dass Teile dorthin gebracht werden müssen, wo sie benötigt werden, war schon immer ein Hindernis für schnellere Zykluszeiten, und die Abhängigkeit von Lieferanten im entfernten Ausland kann Transportzeiten verlängern und die erforderliche Koordination noch komplexer machen. Mit Zulieferern, die sich näher am Produktionsstandort befinden, können Nachschubzeiten erheblich verkürzt und im dringenden Fällen auch Bauteile rascher geliefert liefern. 

Hersteller können auch eine Lieferkette etablieren, die auf globaler Ebene agiert, sich jedoch an die lokale Nachfrage anpasst – also eine glokale Lieferkette. Wir bei EU Automation verfügen über ein vielfältiges und zuverlässiges Netzwerk globaler Zulieferer, und wir arbeiten mit internationalen Vertriebsexperten zusammen, die mehr als 20 Sprachen sprechen, um sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden. Wir operieren von vier verschiedenen Standorten aus – im Vereinigten Königreich, in den USA, Deutschland und Singapur – und unterstützen Hersteller sowohl mit unserem Wissen über die globale Nachfragelage als auch über lokale Märkte, um sicherzustellen, dass die richtige Menge der richtigen Produkte pünktlich geliefert wird. 

Industrie 4.0

Aufstrebende Automatisierungstechnologien können Herstellern ebenfalls dabei helfen, Vorlaufzeiten zu verkürzen und unerwartete Ereignisse zu überstehen, indem Sie die vollständige Transparenz der Produktion ermöglichen. Dies versetzt Hersteller in die Lage, bestimmte Bereiche des Produktionsprozesses ins Visier zu nehmen, die eventuell verbessert werden müssen. Wer den Weg seiner Komponenten durch das gesamte Warenlager kennt, erlangt Einblicke in Abfall- und Verbrauchsraten. 

Die automatische Warennachschubplanung ermöglicht es Unternehmen, Ressourcen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Warenlagers zu verwalten. Automatisierte Geräte erkennen Komponenten, die knapp werden, und bestellen diese automatisch vom Vertriebspartner, um Produktionsleiter dabei zu unterstützen, mit der Nachfrage Schritt zu halten, ohne sich Sorgen über Komponentenengpässe machen zu müssen.

Es besteht zwar Hoffnung, dass die Lieferkettenstörungen und die Komponentenengpässe irgendwann vorübergehen, doch in der Fertigungsindustrie dürften sich diese Störungen noch längere Zeit auswirken. Es ist für Hersteller von entscheidender Bedeutung, ihre Bestandsverwaltung anzupassen, um Stillstandszeiten zu vermeiden und Verzögerungen wo immer möglich zu reduzieren.

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