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Soft Robotics für automatisierte Verpackungsanwendungen
Soft Robotics für automatisierte Verpackungsanwendungen

Die neue Sanftheit der Berührung

Einer der ersten Roboter, der mehrere menschenähnliche Bewegungen ausführen konnte, war der mechanische Ritter, der im Jahr 1495 von Leonardo da Vinci entwickelt wurde. Es sollte jedoch noch bis in die 1990er Jahre dauern, bis man am Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit „Kismet“ den ersten Roboter erfand, der auch mit Menschen interagieren konnte. Im Laufe der Jahre ließ sich die Verpackungsindustrie von solchen humanoiden Robotern inspirieren, um die Produktivität der Branche zu optimieren – und diese Entwicklungen führten zur Entstehung von Soft-Robotern.

Herkömmliche Roboter kommen üblicherweise in Kommissionier- und Verpackungsanwendungen in der Massenfertigung zum Einsatz. Für Anwendungen, die mehr Feingefühl erfordern, waren immer noch menschliche Arbeitskräfte notwendig – bis jetzt. Mit der Erfindung von Soft Robotics können heute druckluftgetriebene Maschinen aus Silikon oder Kunststoff ihre Aktionen so anpassen, dass sie unterschiedlichen Anwendungen gerecht werden, und noch mehr Verpackungsanwendungen können von den Vorteilen der Automatisierung profitieren.

Soft-Roboter unterscheiden sich von herkömmlicher Automatisierungsausrüstung, da ihre silikonbeschichteten, tentakelähnlichen Greifer in der Lage sind, Gegenstände zu greifen, mit denen ihre eher grobmotorischen Pendants enorme Probleme hätten. Soft-Roboter können die Abmessungen des zu greifenden Objekts mithilfe von Kameras und Sensoren abschätzen und somit ihre Bewegungen anhand der Daten entsprechend anpassen, um Gegenstände aufzuheben und zu verpacken.

Handhabung von Lebensmitteln

Zahlreiche Lebensmittelhersteller setzen diese Technologie schon heute an ihren Verpackungslinien ein, da sie in der Lage ist, Naturprodukte zu greifen und zu verpacken, ohne sie dabei so zu beschädigen, wie dies herkömmliche Industrieroboter tun würden.

Der Online-Supermarkt Ocado nutzt Soft-Roboter, um Nahrungsmittel für die Lieferung an den Kunden zu kommissionieren. Im automatisierten Lager des Unternehmens in Andover, Hampshire (GB), kommen bei der Kommissionierung von Aufträgen Roboter zum Einsatz, um sicherzustellen, dass empfindliche Nahrungsmittel effizient und sorgsam gehandhabt werden. Dabei ergreift ein druckluftgesteuerter Roboterarm vorsichtig das fragliche Produkt, was das Risiko für die Entstehung von Abfall verringert, da die für diese Roboter verwendeten weicheren Materialien Beschädigungen wie etwa durch Druckstellen an Naturprodukten verhindern.

Auch der US-amerikanische Lebensmittelhersteller Taylor Farms setzt zur Verpackung seiner Naturprodukte Soft-Roboter ein. Die Greifer-Endeffektoren der Soft-Roboter übernehmen die Manipulation von empfindlichem Obst und Gemüse, ohne Beschädigungen zu verursachen.

Anders als herkömmliche Roboter, die nur spezielle Aufgaben ausführen können, sind Soft-Roboter überaus vielseitig, da Hersteller sie programmieren können, mit unterschiedlichen Produktspezifikationen zu arbeiten. Soft-Roboter funktionieren auch ohne Elektrizität und können deshalb ohne Sicherheitsrisiken gewaschen werden, was ergonomische Risiken eliminiert und sie vor allem in Nahrungsmittelfabriken überaus vorteilhaft macht.

Die Robotertechnologie hat sich seit der Entwicklung des mechanischen Ritters stark weiterentwickelt. Wenn Hersteller in vollem Umfang in die Entwicklung anpassungsfähiger Soft-Roboter investieren, können sich daraus daraus enorme zukünftige Vorteile für noch mehr Verpackungsanwendungen ergeben.

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