#technologie/

Juli 05, 2019

4 Min. lesen

Bedienung und Programmierung von Robotern einfach machen

Bedienung und Programmierung von Robotern einfach machen

Hat die Einführung von Robotern dazu geführt, dass wir Arbeiten im Haushalt an sie delegieren können? Leider noch nicht. Staubsauger-Roboter erfreuen sich zwar zunehmender Beliebtheit, doch noch immer haben wir keinen persönlichen Assistenzroboter, der uns mühselige Hausarbeiten abnimmt. Damit Roboter solche Aufgaben übernehmen können, müssten sie zuverlässig in unvorhersehbaren Umgebungen einsetzbar und, was entscheidend ist, leicht zu programmieren sein.

Die Pioniere auf diesem Gebiet haben nicht nur Staubsauger-Roboter entwickelt, sondern auch Roboter, die Wäsche falten. Beispiele dafür sind der Laundroid, der in vier Minuten ein Kleidungsstück faltet, sowie der Cobot von Rethink Robotics, der dafür 15 Minuten braucht. Das Falten von Wäsche ist für einen Menschen eine sehr einfache Aufgabe, doch es ist ausgesprochen kompliziert, einen Roboter entsprechend zu programmieren, und deshalb braucht er so viel mehr Zeit. Angesichts der langen Zeit, die er zum Falten benötigt, erscheint es nicht praktikabel, einen Roboter damit zu betrauen — ein Mensch würde das in einer um ein Vielfaches kürzeren Zeit bewältigen.

Einige Hindernisse in Bezug auf den Einsatz von Personal Robots im Haushalt treffen auch auf den Einsatz von Industrierobotern in Fertigungsanlagen zu. Kollaborative Roboter und mobile Plattformen bieten Vorteile hinsichtlich Geschwindigkeit, Genauigkeit, und Wiederholbarkeit, doch bei einer komplizierten Implementierung und Programmierung werden viele kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) abgeschreckt.

Kleinere Betriebe haben intern möglicherweise nicht die Kenntnisse zur effektiven Implementierung von Robotern, oder sie verfügen nicht über hinreichende Ressourcen, um ein Gerät fortwährend mit Anweisungen zu füttern. Wenn Sie sich einen Roboter mit sechs Bewegungsgraden vorstellen, muss der Betreiber ihn in sechs verschiedene Richtungen positionieren. Wenn sich die Umgebung verändert oder der Roboter für mehrere Aufgaben verwendet wird, wäre es nicht praktikabel, ihn für jede individuelle Anwendung intensiv zu programmieren — das würde ganz einfach nicht genug Flexibilität erlauben.

In der Einfachheit liegt der Schlüssel

Um die Verwendung von Robotern auf anderen Gebieten als den traditionellen Anwendungen in der Automobil- und Elektronikherstellung attraktiv zu machen, konzentrieren sich zahlreiche Hersteller von Robotern darauf, ihre Technologie für den Betreiber so einfach wie möglich zu gestalten. Universal Robots (UR) hat gemeinsam mit Robotiq dazu beigetragen, kollaborative Roboter für KMU zu entwickeln, bei denen sowohl Bedienung als auch die Programmierung der Roboter einfach zu handhaben sind. UR bietet integrierte Programme, um die Einrichtung der Grundlagen zu unterstützen, so beispielsweise den Palletten-Wizard, der Nutzern in nur 30 Minuten die Bestückungsprogrammierung erklärt.

Auch das Start-up-Unternehmen Southie Autonomy trägt dazu bei, die Programmierung von Robotern zu vereinfachen, und zwar durch die Entwicklung einer zeigerbasierten Schnittstelle zur Programmierung des Roboters in Sekundenschnelle. Der als The Wand bezeichnete Zeiger weist Roboter innerhalb von Sekunden an, etwas auszuführen — ohne erklären zu müssen, wie es gemacht wird. Diese Technologie erhöht die Flexibilität und erleichtert damit die Rechtfertigung eines Roboters als Investition, insbesondere für kleinere Unternehmen.

Energid bietet zudem Tools an, mit denen der Anwender einen Roboter einfach programmieren kann, eine bestimmte Aktion auszuführen. Das Softwareentwicklungskit Actin 5 hilft Entwicklern beispielsweise, Robotiksysteme zu entwerfen, zu entwickeln und zu steuern, die die Einrichtung fortgeschrittener Anwendungen erleichtern. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, das Kit so zu gestalten, dass jeder es verwenden kann, auch ohne fortgeschrittene Programmierkenntnisse. Es wird Anwender auch bei der Kommunikation mit Robotern in Echtzeit unterstützen, sodass im Bedarfsfall auch während einer Aktion Anpassungen vorgenommen werden können, und bietet damit den dringend gebrauchten Flexibilitätsbonus.

Erst die einfache Bedienung von Robotern wird ihr volles Potenzial erschließen. Wer weiß, vielleicht werden uns Roboter eines Tages unsere Hausarbeit abnehmen, wenn es uns gelingt, ihnen zu zeigen, wie es geht.

Ähnliche Artikel.

[{ "site.code": "de", "general.cookie_message": "Diese Website benutzt Cookies, um sicherzustellen, dass Sie die beste Erfahrung auf unserer Website.", "general.cookie_learnmore": "Mehr Informationen", "general.cookie_dismiss": "Ich habs!" }]