Plug-and-Play-Technologie

June 14, 2022. 4 mins read
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Stellen Sie sich vor, sie möchten sich eine Armbanduhr kaufen: Würden Sie sich eher für ein klassisches Modell mit Ziffernblatt entscheiden oder sich eine Smartwatch mit der neuesten Technologie zulegen? Damit sich Konsumenten nicht mehr zwischen diesen beiden Möglichkeiten entscheiden müssen, entwickelte Sony das Wena, ein smartes Uhrarmband zur Kombination mit herkömmlichen Armbanduhren. Und auch Hersteller müssen sich nicht mehr länger zwischen traditionellen Prozessen und neuer Technologie entscheiden.

Das Uhrarmband Wena wird mit einem klassischen Ziffernblatt ergänzt, verfügt jedoch auch über eine OLED-Anzeige im Verschluss, wo der Konsument seine Nachrichten lesen kann. Sowohl Verbrauchsgüterhersteller als auch Industrieunternehmen sind auf der Suche nach neuen Wegen, Effizienzsteigerungen zu erzielen und in ihren jeweiligen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben. In der Fertigungsbranche konzentrieren sich Unternehmen hauptsächlich darauf, wie die Übernahme neuer Technologien sich auf die Produktion auswirken kann.

Hersteller verstehen, wie wichtig es ist, sich neuen Technologien gegenüber zu öffnen und sie einzusetzen, doch das ist in der Durchführung nicht immer praktisch. Für neue Technologien sind bedeutende finanzielle Investitionen erforderlich, die die Möglichkeiten kleinerer Hersteller oft übersteigen. Selbst wenn ein Unternehmen sich eine neue Technologie leisten kann, ist nicht sichergestellt, dass unternehmensintern auch die notwendigen Fachkräfte für eine effiziente Technologienutzung vorhanden sind.

Trotz der Kosten sollten Hersteller sich schon heute mit der Nachfrage nach neuen Technologien auseinandersetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und zu verhindern, dass ein Mangel an Innovation sich negativ auf das zukünftige Unternehmensgeschäft auswirkt. Fertigungsunternehmen aller Größen sollten bedenken, wie sie das richtige Ausmaß an Automatisierung in ihre Anlagen integrieren können, ohne dazu ihr System vollständig umgestalten zu müssen.

Plug-and-Play-Technologie

Vorteile

Plug-and-Play-Geräte können Hersteller dabei unterstützen, die Produktivität bestehender Montagelinien zu verbessern, ohne dass dabei Kosten für den Austausch des Gesamtsystems anfallen. Solche Geräte können aus ihrer Verpackung entnommen und einfach in die Produktionslinie integriert werden, wo sie ohne vorherige Konfiguration oder Prüfung sofort zu arbeiten beginnen.

Die Verwendung von Plug-and-Play-Technologie kann es Herstellern leichter machen, ihre Produktionslinien flexibel anzupassen und instand zu halten. Ungeplante Stillstandszeiten können eine kostspielige Angelegenheit sein, insbesondere, wenn zur Reparatur der fraglichen Maschine ein spezialisierter Instandhaltungstechniker benötigt wird. Durch die Investition in Plug-and-Play-Geräte ist es nun möglich, dass Hersteller eine Maschine einfach von der Energieversorgung trennen und sie durch eine neue Einheit ersetzen – die Kosten für externe Techniker entfallen.

Solche Geräte sind in der Produktionslinie sowohl einfach zu montieren als auch einfach zu entfernen, was es Herstellern ermöglicht, ihre Produktionslinien im Bedarfsfall rasch anzupassen. Wenn ein Hersteller zum Beispiel eine kleine Serie einzigartiger Artikel für einen Kunden anfertigen möchte, kann er die Produktionslinie entsprechend anpassen und nach einem nur sehr kurzen Stillstand mit der Produktion eines völlig neuen Produkts beginnen.

Aufgaben

Hersteller können in Plug-and-Play-Technologien für eine ganze Reihe verschiedener Aufgaben in der gesamten Produktionsanlage investieren. Kollaborative Roboter sind kleiner und leichter als herkömmliche Industrieroboter und üblicherweise einsatzfertig konstruiert, sodass sie vom Hersteller einfach mit Instruktionen ausgestattet und zu einer Produktionslinie hinzugefügt werden können, wo sie sofort mit der Arbeit beginnen.

Plug-and-Play-Geräte können von Technikern aber auch in Lagerverwaltungs-Applikationen integriert werden. ProGlove, ein Wearable-Hersteller, brachte zum Beispiel den „MARK“ auf den Markt, einen Freihand-Scanner, der in Herstellungsanlagen die bis dahin benötigten Handheld-Scanner ersetzt. Dabei vernetzt sich der Scanner mit einem Tablet, um rasch die in den Barcodes enthaltenen Informationen zu teilen, bleibt jedoch physisch am Bediener und bewegt sich mit diesem durch die Anlage, wodurch Genauigkeit und Effizienz enorm gesteigert werden.

Auch zur Verbesserung der Instandhaltung führen manche Hersteller Plug-and-Play-Technologien ein. Der „MICA Industrial Internet of Things (IIoT) Kit“ von Bosch und Harting zum Beispiel lässt sich an jeder Produktionsmaschine anbringen und bietet eine Verbesserung der Zustandsüberwachung. Damit lassen sich auch Maschinen aus Altausrüstungsbeständen nachrüsten. Sofort nach der Montage kann der Maschinenzustand überwacht werden, und im Falle potenzieller Probleme werden Instandhaltungstechniker benachrichtigt. Die Techniker wiederum können sich an ihren Zulieferer für Automatisierungsbauteile wenden und Ausrüstung ersetzen, bevor es tatsächlich zu Stillstandszeiten kommt.

Sie müssen nicht immer die aktuellste Version eines Produkts kaufen, um über die smarteste und nützlichste Technologie zu verfügen. Ob es sich um Ihre Armbanduhr oder einen Industrieroboter handelt: Es ist möglich, in Plug-and-Play-Geräte zu investieren und die Fähigkeiten der allerneuesten Technologien zu nutzen, ohne dafür gleich die Kosten für den Ersatz eines kompletten System tragen zu müssen.

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